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Der Jaguar, der Schmutz nicht scheut

Sportwagen oder Sportlimousinen - dafür stand Jaguar bisher. Mit dem ersten SUV F-Pace wird sich viel ändern.

Jaguar Land Rover ist seit dem Eigentümerwechsel von Ford zu Tata ständig im Aufwind. Bisher legte vor allem der Geländepionier Land Rover zu, nicht zuletzt durch geschickte Modellpolitik verbunden mit technischer Kompetenz und Qualitätssteigerung. Jaguar holt aber schon seit einiger Zeit auf. Auf den F-Type haben viele Sportwagenfans gewartet, mit dem XE wurde erfolgreich Neuland in der oberen Mittelklasse betreten.

Doch ein SUV? Ein Jaguar, der auch im Gelände gute Figur macht und trotzdem die ureigenen Gene nicht verleugnet?

Ja, sie schafften das.

Der F-Pace ist das erste Sports Utility Vehicle der Briten. Und die Tendenz ist klar: Mit diesem Angebot werden die Absatzzahlen Jaguars und auch die finanzielle Bilanz deutlich nach oben zeigen. Allrad wurde schon seit drei Jahren im XF und XJ angeboten, doch nun ist 4WD auch bei den Briten auf einem neuen Level angekommen. Mit Heckantrieb gibt es den F-Pace nur mit dem kleineren Diesel (180 PS). Die manuelle Sechsgangschaltung bleibt eben diesem vorbehalten, die Achtgangautomatik wird ab dem kleinen Diesel mit Allradantrieb angeboten, also auch mit dem Sechszylinder-Biturbo-Diesel (300 PS) sowie in den beiden bekannten Kompressor-Benziner-Sechszylindern (340/380 PS). Um es vorwegzunehmen: Der 180-PS-Diesel mit 4WD hat genügend Kraft und Drehmoment (430 Newtonmeter!) für jegliche Ansprüche und begnügte sich im Testschnitt mit 7,2 Litern/100 Kilometer.

Während die Frontpartie des F-Pace unschwer als Jaguar-typisch erkennbar ist, musste im Heck Neues gefunden werden, und die Lösung der Designer gefällt. Das Raumangebot für Passagiere und Gepäck ist ausgezeichnet. Mit dem neuen Infotainment (InControl Touch Pro, allerdings als optionales Paket) hat Jaguar eine Schwachstelle früherer Modelle längst ausgemerzt. Und man ließ sich praktische Details einfallen, wie z. B. das Gummiarmband, das "Activity key" genannt wird. Es ist wasser- und stoßfest und kann beim Sport getragen werden, öffnet und schließt mit Chip den F-Pace - wo der

z. B. beim Schwimmen nicht brauchbare Schlüssel im Auto bleiben kann.

Vier Fahrmodi (normal, dynamisch, eco, Winter) sind wählbar. Egal in welchem Modus: Der F-Pace ist ein sehr stiller Gleiter, außer er wird "getreten". An Assistenzsystemen ist alles im Angebot, allerdings summieren sich die kleinen Helferlein auf der fast schon grenzenlosen Extraliste ziemlich flott.

So flott, wie man es von einem Jaguar gewohnt ist. Aber er hält dennoch vielen Vergleichen stand.

Aufgerufen am 19.08.2018 um 06:46 auf https://www.sn.at/panorama/auto/der-jaguar-der-schmutz-nicht-scheut-1006105

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