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Sportwagen: Die Kraft, die fasziniert

Sportwagen stehen auch in dieser Zeit hoch im Kurs. Wie die Chefs von Audi Sport, Lamborghini und AMG die Zukunft sehen.

Eigene Liga: Audi R8 V10 RWS (540 PS, Preis noch offen, ca. 170.000 Euro). SN/audi ag
Eigene Liga: Audi R8 V10 RWS (540 PS, Preis noch offen, ca. 170.000 Euro).
Lamborghini Aventador S Roadster (740 PS, 480.000 Euro). SN/lamborghini
Lamborghini Aventador S Roadster (740 PS, 480.000 Euro).
AMG Project One (1000 PS, ca. 2,8 Mill. ). SN/mediaportal daimler ag
AMG Project One (1000 PS, ca. 2,8 Mill. ).

Für Sportmodelle sehe er keine Krise, im Gegenteil: "Die Nachfrage ist unvermindert hoch", sagt Stephan Winkelmann, Chef bei Audi Sport. Er sieht ein "breites Angebot" als Voraussetzung: "Aber nicht wegen des Volumens, sondern um dem Kunden unterschiedliche Wünsche erfüllen zu können." Zentrale Vorhaben bei Audi Sport: die RS-Avant-Linie und die Elektrifizierung (mit einem neuen Modell 2020). Bei aller Sportlichkeit weist Winkelmann darauf hin: "Die Alltagstauglichkeit muss immer gegeben sein. Vor allem mit Sicherheitstechnologien." Winkelmann will keine konkrete Absatzprognose für heuer abgeben, gibt aber zu: "Wir konnten den Absatz in den vergangenen fünf Jahren verdoppeln. Und 2017 wird besser als 2016 sein."

In der Motorenpalette bis hinauf zum V10 sei Audi Sport sehr gut aufgestellt, Plug-in-Hybride seien absehbar. Der auf der IAA gezeigte R8 mit Heckantrieb, vom Rennsport abgeleitet, sei "ein Angebot für Puristen" - und ein Dagegenhalten gegen die Konkurrenz.

Das Angebot wird weiter wachsen. Winkelmann: "Von derzeit elf auf 16 Modelle bis 2020." Für Audi Sport sind die Rennerfolge der Kunden in den GT3-Serien und Langstreckenklassikern überaus wichtig: "Um den Bekanntheitsgrad und das Image der Marke zu erhöhen."

Von Ferraris F1-Kommandostand zu Audi Sport und weiter in den Chefsessel bei Lamborghini: Stefano Domenicali ist zurück in seiner Heimat. Für die italienische Sportwagenmarke sieht der 52-Jährige eine erfolgreiche Zukunft, nicht nur wegen des bevorstehenden Debüts des ersten SUVs Urus, das auf Audis Q8-Plattform im Lamborghini-Werk St. Agata gebaut wird: "Wir bleiben eine Sportwagenmarke, das ist unsere Stammkompetenz", insistiert er. Aber Domenicali erwartet wie einige Konkurrenten eine Verdoppelung der Verkäufe durch den Urus, der am 1. Dezember vorgestellt werden wird. In den Markt kommt er Mitte 2018, im ersten Volljahr soll er schon 50 Prozent des Lamborghini-Absatzes ausmachen. "Aber es wird für uns auch eine Kapazitätsfrage. Da müssen wir vorsichtig sein. Wir können vielleicht 7500 Einheiten insgesamt erreichen."

Mit bald drei Modellreihen sieht der studierte Betriebswirt vorerst das Ende der Angebotsmöglichkeiten erreicht: "Wir müssen demütig bleiben und die Firma nach der Erweiterung mit dem SUV stabilisieren. Danach können wir weitersehen. Wir sind da für viele Ideen offen." Für die kommende Elektrifizierung ist ein Plug-in-Hybride vorgesehen, da können sich die Italiener auf die Konzernfamilie verlassen. Im GT3-Sport ist er auf das österreichische Grasser-Team und seinen Wiener Werkfahrer Mirko Bortolotti stolz: "Sehr gute Leistungen!"

"Wir sahen die Möglichkeiten, die sich für eine sportliche Marke auftaten, und wir ergriffen sie", sagt AMG-Chef Tobias Moers zum wachsenden Erfolg - sowohl was Märkte als auch was das Portfolio betrifft. "Und der Erfolg kam nicht zufällig, sondern basierte auf einer genauen Strategie. Die mittlerweile von allen sehr ernst genommen wird. AMG hat sich als sportliche Submarke innerhalb von Mercedes etabliert." Moers sieht einen Grund der AMG-Zuwächse vor allem in der Kunden-"Eroberung" von anderen Herstellern. Und für die Händler machen sich die Investitionen in Schauräume etc. nun bezahlt: "Es gibt ein Momentum."

Der in Frankfurt vorgestellte Supersportwagen mit Formel-1-Technik, der Project One, "ist die Spitze der Pyramide". Selbst nach kostspieliger Entwicklung und einem Produktionslimit von 275 Stück wird Project One Gewinne bringen, "wenn auch nicht mit der höchsten Rendite". Moers sagt, dass bei diesem Boliden mit F1-Technologie und Straßenzulassung "nicht die Standfestigkeit wie im Rennsport eine Herausforderung" war, sondern: "den Wagen für Straßenverhältnisse wie Stadtverkehr und Staus vorzubereiten". Der Project One sei auf eine Laufleistung von 15.000 Kilometern ausgelegt. Moers sieht das AMG-Angebot noch nicht komplett: "Es gibt Platz für mehr. Im nächsten Frühjahr kommt die GT-Studie in Serie. Und danach ein Hybridantrieb."

Aufgerufen am 23.01.2018 um 10:52 auf https://www.sn.at/panorama/auto/sportwagen-die-kraft-die-fasziniert-18111739

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