Geld ist ein Motor für eine friedliche Zivilisation

Es gibt Menschen, die ihren Reichtum dafür verwenden, Entwicklungen zu fördern. Sie sind Motoren einer Gesellschaft.

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Panorama Barbara Morawec

Er hieß Gaius Maecenas und war der politische Berater des römischen Kaisers Augustus. Der Mann, halb Römer, halb Etrusker, lebte in vorchristlicher Zeit und hatte Geld, Macht und Ansehen. Dieses persönliche Potenzial nutzte er nicht, um einen ausschweifenden Lebenswandel zu führen, was ihm damals sicherlich niemand angekreidet hätte. Nein, Gaius Maecenas entschloss sich, ein Förderer der Künste zu werden. Unter anderem nahm er den Dichter Vergil unter seine Fittiche. Sein Name steht bis heute für Menschen, die menschliches Tun, Forschung und Innovation finanziell unterstützen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Mäzenatentum hat vor allem im angloamerikanischen Raum große Tradition. Vom Ölbaron John Rockefeller angefangen, der sich stark in der Gesundheitsförderung der Amerikaner engagierte, bis hin zum Microsoft-Giganten Bill Gates, der sich für die Bereitstellung von Impfstoffen in Entwicklungsländern starkmacht - die Liste derer, die Milliarden Dollar für karitative Zwecke oder für bestimmte, meist medizinische Forschungsrichtungen spenden, ist lang. Diese Menschen, so sehr man vielleicht auch noch etwas anderes über sie oder ihre Branche sagen könnte, handeln in diesem Punkt äußerst verdienstvoll. Denn dort, wo der Staat nicht helfen kann - oder will -, treiben Mäzene eine Entwicklung voran. Nicht selten konnten von Stiftungen unterstützte Forschungseinrichtungen neue Medikamente entwickeln oder Lösungen für andere medizinische Probleme finden. Jetzt wollen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau sogar jegliche Krankheit bis zur Jahrhundertwende komplett ausmerzen. Ob da ihre drei Milliarden Dollar reichen werden, steht in den Sternen, aber es wäre ihnen zu gönnen, ihr Ziel zu erreichen.

In Österreich ist das alles etwas anderes. Das Land ist klein und die Milliardäre sind rar. Daher hält sich heimisches Mäzenatentum in Grenzen. Es gibt Ausnahmen, wie den Salzburger Red-Bull-Hersteller Dietrich Mateschitz oder den Wiener Pharmaunternehmer Peter Bertalanffy. Die beiden Herren zahlten zuletzt Millionenbeträge für universitäre Forschungseinrichtungen. Ansonsten wird in Österreich gern für soziale, aber eher selten für wissenschaftliche Unternehmungen Geld gespendet. Was sehr schade ist. Denn Forschung ist eines der Standbeine einer freien, aufgeklärten und friedlichen Gesellschaft. Forschung zu fördern heißt, die Welt für unsere Nachkommen ein bisschen gerechter zu machen.

Aufgerufen am 18.11.2018 um 11:10 auf https://www.sn.at/panorama/geld-ist-ein-motor-fuer-eine-friedliche-zivilisation-1039756

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