Neue Operationsverfahren bei Bandscheibenverschleiß

Der Verschleiß der Bandscheiben ist häufig ein Grund für Rückenschmerzen. Meistens reicht eine Physiotherapie, in schwereren Fällen können chirurgische Eingriffe Abhilfe schaffen.

Der Abnutzungsprozess der Bandscheiben beginnt bereits in jungen Jahren.  SN/shutterstock
Der Abnutzungsprozess der Bandscheiben beginnt bereits in jungen Jahren.
Zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule befinden sich die 23 Bandscheiben des Körpers. Jede dieser Bandscheiben besteht aus zwei Teilen: einem äußeren Ring aus Faserknorpel und einem inneren, federnden Kern, der wie ein flüssigkeitsgefülltes Kissen aufgebaut ist. Die Bandscheiben ermöglichen ein leichtes Verwinden der Wirbelkörper zueinander, so dass über mehrere Wirbelelemente die Drehungen und seitlichen Bewegungen unseres Rumpfes möglich werden. Gleichzeitig dienen die Bandscheiben als "Stoßdämpfer" zwischen den Wirbeln. Damit haben sie die komplexe Aufgabe, der Wirbelsäule Stabilität zu geben und gleichzeitig Bewegung zu ermöglichen.

Abnutzung der Bandscheiben

Im Laufe des Lebens wirken viele Belastungen auf die Wirbelsäule ein. Durch den natürlichen Verschleiß verlieren die Bandscheiben mit der Zeit ihre Pufferfunktion, indem die Fähigkeit nachlässt, Feuchtigkeit im Gewebe zu halten. Dadurch büßen sie an Höhe ein und können die Reibung zwischen den Wirbeln nicht mehr dämpfen. Die daraus resultierende Instabilität führt zu zunehmenden Schmerzen und einem Gefühl, als würde man "in der Mitte durchbrechen". Die angrenzenden Wirbel und kleinen Gelenke werden stark überlastet.

Eine fortgeschrittene Bandscheibenabnutzung macht sich häufig durch Rücken- oder Nackenschmerzen bemerkbar. Vor allem das Heben von schweren Lasten oder lange Tätigkeiten im Sitzen führen zu Problemen. Die Intensität und Dauer der Schmerzen verstärken sich mit dem Fortschreiten des Verschleißes.

Übungen, Therapien und neues Operationsverfahren

Die durch die abgenutzten Bandscheiben hervorgerufenen Symptome lassen sich sehr oft durch Krankengymnastik, Dehnen, manuelle Behandlungen, Schmerzmittel oder Infusionen sowie physikalische Therapien lindern. Sollten Bandscheibenprothesen nötig sein, werden diese unter Vollnarkose passgenau an der Stelle der geschädigten Bandscheibe (meist an der Halswirbelsäule) eingesetzt und an den angrenzenden Wirbelkörpern fixiert. Der Heilungsprozess verläuft meist recht schnell, bei der Nachsorge hilft Krankengymnastik bei der Stärkung der Wirbelsäule. Nach etwa sechs bis acht Wochen können die meisten Patienten ihr normales Alltagsleben aufnehmen. Wenn bei starken Verschleißerscheinungen die konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, hilft nur eine Stabilisierungsoperation. Neue Techniken ermöglichen es, über einen kleineren Hautschnitt als bisher üblich eine Stabilisierung der betroffenen Segmente durchzuführen. Dadurch verringert sich der postoperative Schmerz.

(SN)

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Aufgerufen am 23.06.2018 um 03:53 auf https://www.sn.at/panorama/gesundheit/neue-operationsverfahren-bei-bandscheibenverschleiss-25088641