Gesundheit

Streit um CT-Untersuchung

Sie heißen Radiologietechnologen (RT) und bedienen Computertomographen aller Art. Für diesen Beruf wird man drei Jahre lang ausgebildet. Ab Jänner 2013 sollen nun wegen einer Gesetzesänderung auch andere medizinische Fachkräfte, etwa Röntgenassistenten, solche Geräte bedienen dürfen, nachdem sie einen Kurs gemacht haben.

Streit um CT-Untersuchung SN
Wer darf künftig die CT-Maschinen bedienen? 

Die Radiologietechnologen warnen davor, Fachkräfte ohne spezielle Ausbildung an solche Geräte zu lassen. "Das geht auf Kosten der Patienten", sagt RT-Sprecherin Michaela Rosenblattl. Ihrer Ansicht nach drohe damit eine Untersuchung "von der Stange", weil dann immer mehr CT-Untersuchungen gemacht werden können. "Da geht es einfach nur ums Geschäft", sagt sie. Wie überhaupt die Berufsgruppe seit einiger Zeit einen "gewissen modischen Hang" von Ärzten zur CT-Untersuchung feststellt. Eine CT-Untersuchung habe etwa die 300-fache Strahlendosis einer Röntgenuntersuchung, die oft genügte. Etliche CT-Untersuchungen seien einfach unnötig, sogar ungeeignet. Es gebe enorme Unterschiede zwischen Röntgen und Computertomographie, einer Art Schichtaufnahme des Körpers. Bereits beim Aufbau eines CT-Bildes komme es darauf an, Parameter so einzustellen (die nicht automatisiert werden können), dass man auch das sehe, was man untersuchen wolle. Ungeschultes Personal könne einen Befund verfälschen oder sogar ins Gegenteil kehren.

Franz Frühwald, Sprecher der Radiologen, befürwortet die Gesetzesvorlage. Er sehe keinen wesentlichen Unterschied zwischen medizinischen Assistenzberufen und den RTs.

Quelle: SN

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