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100 Astronauten treffen sich in Wien

Sie haben einen der seltensten Berufe: Astronauten. "Wir können Nachwuchs gebrauchen", sagt Franz Viehböck, Organisator der Zusammenkunft in Wien.

100 Astronauten treffen sich in Wien SN/apa
Franz Viehböck nach der Landung am 10. Oktober 1991 in der Steppe von Kasachstan.

Etwa 500 Menschen waren bisher im Weltall, rund 100 von ihnen treffen sich nun in Wien zum 29. Astronauten- und Kosmonautenkongress. Darunter sind nach Angaben der Organisatoren Männer und Frauen, die schon fünf bis sechs Raumflüge hinter sich und in Summe fast zwei Jahre im Weltall verbracht haben. Ein besonderer Gast ist der 82-jährige Alexej Leonow, der 1965 den ersten Weltraumspaziergang unternommen hat.

Der Kongress, der von Montag bis Freitag dauert, dient dem Erfahrungsaustausch und soll junge Menschen für die Raumfahrt begeistern. "Wir können Nachwuchs gebrauchen", sagt Organisator Franz Viehböck. Der 56-Jährige ist Österreichs bisher einziger Raumfahrer. Er war 1991 fast acht Tage lang an Bord der russischen Raumstation Mir.

An seinen Ausflug ins All hat der 56-Jährige meist gute und auch sehr emotionale Erinnerungen. "Wenige Stunden nach dem Start wurde meine Tochter geboren." Zu den bedrückenden Erlebnissen zählten aber die Blicke auf die großen Umweltschäden auf der Erde. "Nach dem Golfkrieg brannten in Kuwait die Ölfelder, in Brasilien haben wir die Rauchsäulen des brennenden Urwalds gesehen, der Aralsee war nicht blau, sondern mangels Wassers grau." Ein Flug zum Mars, der aus seiner Sicht in den nächsten 20 Jahren wohl möglich sein wird, würde ihn reizen. "Aber nur mit genauer Risikoabschätzung und Rückflugticket."

Österreichs Forschung und Industrie hätten durchaus einen kleinen Anteil an den Fortschritten in der Raumfahrt, sagt Viehböck. "Bei fast jedem Raketenstart ist ein Teil "Made in Austria" dabei." So stammten Treibstoffleitungen der Ariane-Rakete aus der Alpenrepublik. Einen ersten Schub in Sachen Raumfahrt habe das Land erlebt, als es in den 1980er Jahren das Fenster für das Weltraumlabor Spacelab lieferte. Sein Flug 1991 habe Österreichs Ambitionen weiteren Auftrieb gegeben. Heute sind laut Viehböck rund 100 meist kleine Firmen mit insgesamt etwa 1000 Mitarbeitern für die Raumfahrt tätig.

Quelle: Dpa

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