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45 Grad - Spanien und Portugal sind die Hitzepole Europas

Spanien und Portugal sind derzeit die Hitzepole Europas. Wem es in Österreich derzeit zu kühl ist, der findet laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der iberischen Halbinsel regional noch acht bis zehn Grad mehr. So wurden etwa in Montoro in der südspanischen Provinz Cordoba 45 Grad gemessen. In Spanien forderte die Hitzewelle bereits zwei Todesopfer.

Wie die Behörden am Freitag mitteilten, starb ein etwa 40 Jahre alter Arbeiter aus Nigeria, nachdem er am Dienstag auf einer Straßenbaustelle nahe Murcia im Südosten des Landes gearbeitet hatte. Laut Obduktion erlag er einem Hitzschlag. Außerdem sei ein 78-jähriger Pensionist in der Region bei der Gartenarbeit zusammengebrochen und am Donnerstag im Krankenhaus gestorben, teilte die regionale Gesundheitsbehörde mit. Die genaue Todesursache müsse noch durch eine Obduktion geklärt werden, verlautete aus dem Krankenhaus.

In Portugal war Beja im Alentejo der Hitzepol mit 43,2 Grad. An zweiter Stelle folgte laut ZAMG mit Evora die Hauptstadt der südportugiesischen Region mit 42,5 Grad. Das drittplatzierte Castelo Branco (42,2 Grad) in Zentralportugal untermauerte, dass nicht nur der Alentejo besonders heiß ist. Die Angaben erfolgten ohne Gewähr der ZAMG. Sie würden aber jedenfalls untermauern, dass man noch etwas vom europäischen Hitzerekord entfernt ist. Dieser wurde am 10. Juli 1977 in Athen mit 48 Grad gemessen.

Die Hitze in Österreich:

44 Messstellen zeigten 30 Grad an: Dass der Freitag wieder ein richtig heißer Tag wird, hat sich schon zu Mittag abgezeichnet. Den Messungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zufolge haben schon um 12.30 Uhr 44 Messstationen in Österreich die 30-Grad-Marke erreicht oder überschritten. Klarer Spitzenreiter war Wolkersdorf im Weinviertel (Bezirk Mistelbach) mit 33,5 Grad und mehr als einem Grad Vorsprung.

An zweiter Stelle lag Bad Deutsch-Altenburg (Bezirk Bruck an der Leitha) mit 32,4 Grad vor Retz (Bezirk Hollabrunn) mit 32,3 Grad. Der erste nicht niederösterreichische Hitzepol war Linz an siebenter Stelle mit 31,5 Grad. Das Donaufeld in Wien-Floridsdorf war mit Gesamtrang elf der heißeste Wiener Ort mit 31,2 Grad, gefolgt vom burgenländischen Hotspot Andau (Bezirk Neusiedl am See) mit ebenfalls 31,2 Grad.

31,0 Grad hatte es an der Messstelle Salzburg Freisaal, gleichzeitig die heißeste Stelle in dem Bundesland. In der Steiermark wurden in Köflach 30,4 Grad gemessen, in Bludenz in Vorarlberg 30,3 Grad. In allen anderen Bundesländern wurden die 30 Grad um 12.30 Uhr zunächst nicht erreicht.

Elf Tropennächte in Folge: Die Hitze lässt die Österreicher auch in der Nacht weiter schwitzen. In der Nacht auf Freitag wurden laut ZAMG an 26 Messstellen Temperaturen von mindestens 20 Grad registriert. Das bedeutet, die Anrainer erlebten dort eine tropische Nacht. Für die Bewohner der Wiener Innenstadt war das bereist zum elften Mal in Folge der Fall.

Die Wiener City war mit 23,5 Grad Celsius Minimum auch der österreichische Hotspot der vergangenen Nacht. Laut ZAMG ist damit nicht ausgeschlossen, dass der absolute Rekord fällt. 1994 wurden in der Innenstadt 17 Tropennächte in Serie registriert. Ebenfalls am Rekord kratzt die Messstelle Hohe Warte, welche die sechste Tropennacht in Folge erlebte. Hier fehlen noch drei, um den Rekord aus dem Sommer 2015 (neun) einzustellen.

Hinter der Wiener Innenstadt war das Donaufeld in Wien-Floridsdorf die zweitwärmste Messstelle mit 22,2 Grad, gefolgt von Retz in Niederösterreich mit 21,8 Grad. Die höchste Messstelle, die eine Tropennacht registrierte, war Wolfsegg in Oberösterreich (auf 635 Meter Seehöhe) mit 20,7 Grad Celsius.

Pannenhelfer im Dauereinatz: Die Hitze macht derzeit Fahrzeugen ganz besonders zu schaffen und hat der ÖAMTC-Pannenhilfe zu deutlich mehr Einsätzen verholfen. "Die Hitzewelle fällt genau mit der Hauptreisezeit zusammen. Das spüren natürlich auch unsere Pannenfahrer, die seit 1. Juli österreichweit rund 60.100 Einsätze zu absolvieren hatten", sagte Harald Mlinarik von der Pannenhilfe des Clubs am Freitag.

Der ÖAMTC-Abschleppdienst war 23.600 Mal im Einsatz. Österreichweit einsatzstärkster Tag seit Julibeginn war der vergangene Samstag: 2.200 Mal rückten die Pannenfahrer aus. Insgesamt erwartet Harald Mlinarik in den Sommermonaten Juli bis September etwa 173.000 Pannenhilfe-Einsätze in ganz Österreich, im Schnitt also rund 1.900 Einsatzfahrten täglich.


Aufgerufen am 08.12.2021 um 02:16 auf https://www.sn.at/panorama/international/45-grad-spanien-und-portugal-sind-die-hitzepole-europas-38339536

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