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Abu Bakr al-Bagdadi - Ein "Unsichtbarer", der sich "Kalif" nennt

Der Mann mit dem Kampfnamen Abu Bakr al-Bagdadi macht seinem Ruf als "unsichtbarer Scheich" alle Ehre. Zum einen, weil der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht fassbar erscheint und den Bomben seiner Feinde bisher erfolgreich entgehen konnte. Zum anderen, weil der gefürchtetste Terrorist der Welt sein Reich, das er "Kalifat" nennt, aus dem Verborgenen regiert.

Audiobotschaften wie die am Donnerstag haben Seltenheitswert. Al-Bagadi steht seit 2010 an der Spitze der Terrormiliz. Allerdings tauchte er nie öffentlich auf. Lange Zeit kursierten nur wenige Fotos des Terrorführers, was immer wieder Spekulationen anheizte, bei ihm handle es sich nur um ein Phantom.

Doch Bagdadi existiert wirklich: Am 1. Juli 1971 als Ibrahim Awwad Ibrahim al-Badri in der irakischen Stadt Samarra geboren, ließ er sich zu Zeiten des Diktators Saddam Hussein zum Islamgelehrten ausbilden. Es heißt, als junger Mann sei er ein ausgezeichneter Fußballspieler gewesen.

Mit der Sportlerkarriere wurde es nichts. Anfang Juli 2014 stand Al-Bagdadi in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mosul auf und hielt dort die Freitagspredigt. Ganz in Schwarz gekleidet und mit einem langen Bart trat er vor die Gemeinde. Das fast perfekt inszenierte IS-Video verbreitete sich weltweit. Seitdem wurde schon mehrfach fälschlicherweise der Tod Bagdadis verkündet. Noch ist der IS-Chef aber am Leben. Wo er sich aufhält, ist unbekannt.

Als Anführer des IS wird al-Bagdadi verantwortlich gemacht für Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Ethnische Säuberungen und Strafen wie Enthauptungen, Kreuzigungen, Ertränkungen und Verbrennungen bei lebendigem Leib. Für die Ergreifung al-Baghdadis ist von der Regierung der Vereinigten Staaten eine Belohnung in Höhe von 10 Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Quelle: Apa/Dpa

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