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Albert Fortell wird 60 Jahre alt

Albert Fortell erlebte Höhen und Tiefen. Als Direktor in "Schlosshotel Orth" feierte er Erfolge in der deutschen Filmbranche, in Amerika konnte er jedoch nie Fuß fassen. Der Schauspieler ist mit Barbara Wussow verheiratet. Privat schien also alles im Lot, bis er wegen Betrugsverdacht angezeigt wurde. Das Ehepaar hatte Notstandshilfe bezogen. Am Donnerstag wird Albert Fortell, der eigenlich Adalbert Fortelni heißt, 60 Jahre alt.

Albert Fortell wird 60 Jahre alt SN/APA
Albert Fortell mit Ehefrau Barbara Wussow.

Er ist eines der bekanntesten Fernsehgesichter in Österreich und prägte als Graf Arno in der Familiensaga "Schloss Hohenstein" oder als Direktor des "Schlosshotel Orth" die deutschsprachige TV-Landschaft mit. Dennoch sind Albert Fortell in den vergangenen Jahren nicht nur Sympathien entgegengeschlagen. Ein heftig geführter Rechtsstreit mit seinem Bruder um das Familienerbe und die Affäre um den Bezug von Notstandshilfe brachten den Schauspieler, der seit 1990 mit der Schauspielerin Barbara Wussow verheiratet ist, in der Öffentlichkeit mehr mit dem Gerichtssaal als mit dem Bildschirm in Verbindung. Beide Fälle lösten sich zugunsten Fortells auf, am Donnerstag feiert er nun seinen 60. Geburtstag.

Fortell wurde am 5. Juli 1952 in Wien als Adalbert Fortelni geboren und sammelte bereits im Drama-Club der "American International School" erste Schauspielerfahrungen. Sein Jus-Studium schloss er 1980 ebenso ab wie seine Schauspielausbildung am Reinhardt-Seminar, fortan wirkte er in kleineren Film- und Fernsehproduktionen ebenso mit wie am Theater in der Josefstadt und im Volkstheater. Sein Künstlername lautete Albert Fortell, schon sein Vater war als Bert Fortell auf der Bühne gestanden. Mit Rollen in den US-Produktionen "Inside the Third Reich" und "Das Kommando" (mit u.a. Richard Widmark) witterte Fortell eine Chance in Hollywood - und zog 1987 für zwölf Jahre in die USA.

Trotz Engagements in Fernsehserien wie "55 Lime Street" mit Robert Wagner oder im Thriller "Little Nikita" mit Sidney Poitier kehrte Fortell schließlich ernüchtert zurück. "In Amerika wartet niemand auf einen. Es gibt dort 65.000 arbeitslose Schauspieler, allein meinen Typ ein Dutzend Mal", erklärte er bei der Vorstellung als Nachfolger von Klaus Wildbolz im Schlosshotel Orth. "Es war keine verlorene Zeit, aber das, was ich mir erträumt habe, hat nicht stattgefunden." Vielmehr wird das deutschsprachige Fernsehen zur künstlerischen Heimat, etwa im Historiendrama "Kronprinz Rudolf", der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Melodie der Herzen" sowie mit Gastauftritten in "SOKO 5113" oder der Telenovela "Sturm der Liebe".

Auch privat gleicht das Leben von Fortell manchmal einer Telenovela. Während er mit Barbara Wussow schon früh die Frau an seiner Seite gefunden hat und mit ihr gemeinsam auch immer wieder vor der Kamera stand (u.a. in der Serie "Die Leute von St. Benedikt"), sorgte ein Bericht, wonach das in einer Villa in Döbling residierende Paar über mehrere Monate zwischen 2002 und 2004 Notstandshilfe bezogen habe, für Verwunderung. Für die Dauer von Dreharbeiten seien Schauspieler zwar angestellt, erklärte Fortell damals, dazwischen würde jedoch kein Versicherungsschutz bestehen. Der schwere Betrugsverdacht ließ sich schließlich nicht nachweisen, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.

Das Strafverfahren sei "eine persönliche Katastrophe gewesen", erklärte Fortell damals, der sich alsbald gemeinsam mit Wussow für eine bessere Regelung bei der Künstlersozialversicherung stark machte. Der nächste Rechtsstreit folgte jedoch bald - und diesmal in der eigenen Familie. Fortells Bruder Marius Fortelni beschuldigte Albert, seine 50 Prozent des familiären Millionenerbes unterschlagen zu haben. Vor einem Jahr wurde der Schauspieler jedoch von allen Vorwürfen freigesprochen. Die Publikumsgunst hatte Fortell bei seinem jüngsten großen ORF-Auftritt, bei den "Dancing Stars", allerdings nicht voll hinter sich: Schon in Runde zwei der aktuellen Staffel setzte es das Aus für den Mimen, der von 2001 bis 2006 auch für den ORF im Stiftungsrat gesessen war.

Quelle: SN, Apa

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