Kopf des Tages

Ali MacGraw - die Rolle des sterbenden Mädchens machte sie zum Star

"Was kann man sagen über ein Mädchen von fünfundzwanzig Jahren, das gestorben ist? Dass sie schön war. Und hochbegabt. Dass sie Mozart und Bach liebte. Und die Beatles. Und mich". So begann der Roman "Love Story" von US-Autor Erich Segal, der 1970 Vorlage für einen tränenreichen Hollywoodfilm wurde. Die Rolle des sterbenden Mädchens machte Ali MacGraw über Nacht zum Star, am 1. April wird sie 80.

Millionen Menschen heulten im Kino, als der Harvard-Student Oliver (Ryan O'Neal) aus reichem Haus die schöne, aber unstandesgemäß arme Jenny (MacGraw) gegen den Willen seines Vaters heiratet und sie am Ende an Krebs verliert. Das Melodrama von Regisseur Arthur Hiller mit dem berühmten Satz "Liebe bedeutet, niemals um Verzeihung bitten zu müssen" erhielt sieben Oscar-Nominierungen, auch für die beiden Hauptdarsteller.

MacGraw kehrte Hollywood schon vor mehr als 25 Jahren den Rücken. Die inzwischen silberhaarige Schauspielerin zog Mitte der neunziger Jahre nach Santa Fe in den US-Staat New Mexico um, nachdem ein Buschfeuer ihre Villa im kalifornischen Malibu zerstört hatte. Mit Yoga, als Tierschützerin und Mitglied einer Initiative, die Künstlerinnen in aller Welt fördert, hat MacGraw längst andere Lebensinhalte gefunden.

Doch die Liebesschnulze "Love Story" verfolgte den Star bis ins Rentenalter. 2015 kehrte sie mit dem ebenfalls ergrauten O'Neal auf die Bühne zurück. Hollywoods früheres Traumpaar tourte mit dem Theaterstück "Love Letters" quer durch die USA. Darin spielten sie alternde Freunde, die sich über 50 Jahre hinweg Briefe und Karten schrieben und über Liebe und Freundschaft sinnierten. Privat waren sie nie ein Liebespaar gewesen, ihre "Love Story"-Beziehung aber ist unvergesslich.

Die Künstlertochter MacGraw studierte zunächst am Wellesley College. Die dunkelhaarige Schönheit wurde schnell als Model entdeckt und jobbte als Assistentin beim Modemagazin Harper"s Bazaar. Die erste Ehe mit dem Harvard-Studenten Robin Hoen ging nach kurzer Zeit in die Brüche, schon bevor MacGraw 1968 erstmals eine kleine Nebenrolle an der Seite von Kirk Douglas in "Der schnellste Weg zum Jenseits" bekam. Nach einer Hauptrolle in der Komödie "Zum Teufel mit der Unschuld" holte sie der Hollywood-Produzent Bob Evans ("Der Pate") für "Love Story" und als Ehefrau an seine Seite.

Ihre Ehe überstand "Love Story", nicht aber den folgenden Gangster-Film "Getaway" mit Steve McQueen. Bei den Dreharbeiten verliebte sich MacGraw in den blauäugigen Star. Die Schauspielerin nahm den kleinen Sohn Joshua aus ihrer Beziehung mit Evans in ihre dritte Ehe mit McQueen mit. Die komplizierte Hollywood-Liebe hielt nur fünf Jahre. Für McQueen hatte sie ihre Karriere aufgegeben. Als MacGraw wieder eine Rolle annahm, zerbrach die Ehe 1977.

Sie und McQueen hätten eine unglaubliche Chemie gehabt, erzählte MacGraw im vorigen Jahr der US-Zeitschrift "People". "Die meiste Zeit war er unglaublich attraktiv, aber da war auch eine gefährliche Seite, er konnte ein 'Bad Boy' sein", sagte sie über ihre große Liebe.

In ihren weiteren Filmen wie "Convoy" oder "Spiel mit der Liebe" konnte MacGraw nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Es folgten Fernsehauftritte in Serien wie "Der Denver-Clan" oder "Rauchende Colts - Der lange Ritt", in den 90er Jahren zog sie einen Schlussstrich. In ihren Autobiografie "Moving Pictures" sprach MacGraw offen darüber, dass ihre Karriere wegen ihrer Alkoholsucht Schaden genommen hatte. In den 1980er Jahren suchte sie in der Betty-Ford-Entzugsklinik Hilfe.

In dem Interview mit "People"-Magazin zog die Schauspielerin Bilanz. "Früher habe ich die Vergangenheit umgeschrieben und über die Zukunft fantasiert", sagte MacGraw. Nun lebe sie im Moment, nach ihrem besten Können. "Ich schätze mich sehr glücklich", sagte sie.

Quelle: Apa/Dpa

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