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"Alternative Fakten" ist auch deutsches "Unwort des Jahres"

Wie in Österreich ist auch in Deutschland der Begriff "alternative Fakten" zum Unwort des Jahres 2017 gewählt worden. Die Bezeichnung sei "der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen", erklärte die Jury am Dienstag in Darmstadt.

Das Unwort des Jahres 2017, «alternative Fakten», steht am 16.01.2018 in Darmstadt (Hessen) bei der Präsentation der Jury auf einem Tablet-Computer. Das «Unwort des Jahres» wird seit 1991 jährlich von einer aus Sprachwissenschaftlern besetzten Jury gekürt.  SN/APA (dpa)/Andreas Arnold
Das Unwort des Jahres 2017, «alternative Fakten», steht am 16.01.2018 in Darmstadt (Hessen) bei der Präsentation der Jury auf einem Tablet-Computer. Das «Unwort des Jahres» wird seit 1991 jährlich von einer aus Sprachwissenschaftlern besetzten Jury gekürt.

Der Ausdruck "alternative Fakten" stehe "für die sich ausbreitende Praxis, den Austausch von Argumenten auf Faktenbasis durch nicht belegbare Behauptungen zu ersetzen", begründete die Jury ihre Wahl weiter. Der Begriff stammt ursprünglich aus den USA. Die Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Kellyanne Conway, sprach im Zusammenhang mit der falschen Behauptung, dass zur Amtseinführung des Präsidenten so viele Menschen wie nie zuvor auf der Straße gewesen seien, von "alternativen Fakten".

Seit 1991 wird jedes Jahr ein Begriff zum Unwort gekürt, der gegen das "Prinzip der Menschenwürde" oder gegen "Prinzipien der Demokratie" verstößt, weil er gesellschaftliche Gruppen diskriminiere oder "euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend" ist. Eine sechsköpfige Experten-Jury suchte im vergangenen Jahr in Deutschland das Unwort aus 684 verschiedenen Vorschlägen aus, von denen es knapp 20 Wörter in die engere Wahl schafften.

Die Jury rügte auch die Begriffe "Shuttleservice" und "Genderwahn". "Shuttleservice" wurde vom CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Meyer in Bezug auf Seenotrettungseinsätze von Nichtregierungsorganisationen im Mittelmeer für Flüchtlinge in Schlauchbooten benutzt. Damit würden sowohl die flüchtenden Menschen als auch vor allem diejenigen diffamiert, die ihnen humanitäre Hilfe leisteten, erklärte die Jury. Mit dem Ausdruck "Genderwahn" werden laut den Sprachwissenschaftern "in konservativen bis rechtspopulistischen Kreisen zunehmend Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit in undifferenzierter Weise diffamiert".

2016 war in Deutschland die Wahl auf "Volksverräter" gefallen, zum österreichischen Unwort wurde "Öxit" gekürt. "Vollholler", eine Formulierung des ehemaligen Bundeskanzlers Christian Kern (SPÖ), ist aktuelles Wort des Jahres.

Quelle: Apa/Dpa

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