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Autor von Buch über Pädophilenring tot aufgefunden

In Südafrika ist ein Autor, der in einem Buch einen mutmaßlichen Pädophilenring aufgedeckt und schwere Vorwürfe gegen Politiker des Apartheid-Regimes erhoben hatte, tot aufgefunden worden. Der 58-jährige Mark Minnie habe sich vermutlich das Leben genommen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Er wurde am Montagabend mit einer Schusswunde am Kopf auf der Farm eines Freundes in der Provinz Ostkap im Südosten Südafrikas gefunden. "Wir haben einen Abschiedsbrief gefunden", sagte eine Polizeisprecherin in der Stadt Port Elizabeth. "Neben ihm lag eine Schusswaffe." Die Polizei leitete demnach Ermittlungen ein, geht aber nicht von einem Verbrechen aus.

Das Buch "The Lost Boys of Bird Island" (deutsch: "Die verlorenen Buben von Bird Island"), das Minnie zusammen mit dem Investigativjournalisten Chris Steyn geschrieben hatte, war erst Anfang August erschienen. Der frühere Polizist, der zuletzt als Lehrer in China arbeitete, war für die Veröffentlichung nach Südafrika gereist. Medienberichten zufolge hatten Minnie und Steyn nach der Veröffentlichung Todesdrohungen erhalten.

In dem Buch wird der Vorwurf erhoben, dass der frühere Verteidigungsminister Magnus Malan einem Pädophilenring angehörte, der in den 1980er-Jahren während des Apartheid-Regimes in Südafrika aktiv war. Malan, drei weitere Minister und ein Geschäftsmann sollen demnach Buben im Teenageralter entführt und mit Militärhubschraubern auf die Insel Bird Island vor der Küste von Port Elizabeth gebracht haben. Dort sollen sie sexuell missbraucht worden sein.

Malan, der 2011 gestorben ist, war als Verteidigungsminister der zweitmächtigste Mann in der Regierung von Präsident Pieter Willem Botha. Einer der beschuldigten Ex-Minister, den die Autoren in dem Buch aber nicht namentlich genannt haben, ist noch am Leben.

Quelle: Apa/Ag.

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