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Blutbad mit zwölf Toten und einem jungen Ex-Marine als Täter

Ein Mann hat in einer Bar in Thousand Oaks im US-Bundesstaat Kalifornien auf Gäste geschossen. Diese wollten bei Country-Musik feiern und tanzen. Bei dem Angriff hat es innerhalb von zweieinhalb Minuten zwölf Opfer gegeben. Nun ist der Täter identifiziert.

Einsatzkräften bot sich ein Bild des Schreckens: Sie fanden in dem Lokal elf tote Gäste, wie ein Sprecher des Sheriff-Büros im Ventura County erklärte. Ein Polizist, der nach den ersten Notrufen in der Bar eintraf, sei niedergeschossen worden und seinen Verletzungen erlegen. Auch der mutmaßliche Schütze, laut Sprecher der "einzige Verdächtige", sei tot. Mehr als ein Dutzend anderer Gäste seien mit Verletzungen aus dem Lokal gebracht worden oder hätten sich selbst gerettet.

Der Vorfall ereignete sich späten Mittwochabend (Ortszeit) um etwa 23.20 Uhr in der "Borderline Bar & Grill" in dem Ort, der nahe Malibu und etwa 64 Kilometer von Los Angeles entfernt liegt. Wie die Zeitung "Ventura County Star" unter Berufung auf die Polizei berichtete, seien mindestens 30 Schüsse abgefeuert geworden. Das Motiv des Schützen war noch völlig unklar, die Ermittlungen standen laut Polizei ganz am Anfang.

Geklärt ist indes, um wen es sich handelt: Bei Mann ist nach Medienberichten ein weißer Mann Ende 20. Seine Waffe habe er legal erworben, berichteten zahlreiche US-Medien am Donnerstag unter Berufung auf Ermittlungskräfte. Offiziell bestätigt wurden diese Angaben zunächst nicht.

Schematische Darstellung SN/APA
Schematische Darstellung

Party für Studenten war im Gange

Was war zuvor geschehen? In dem beliebten Country-Lokal gab es eine Veranstaltung für College-Studenten, zu der Zeugen zufolge Hunderte Menschen gekommen waren.

Ein Zeuge sagte laut dem Sender ABC, der Schütze habe auf einen Wachmann geschossen und Rauchbomben geworfen. Dann habe er das Feuer auf die anderen Menschen in dem Lokal eröffnet. "Er hat einfach weiter geschossen", sagte der Zeuge. Ein anderer Anwesender berichtete, der Mann habe auf die Kassiererin mit einer Handfeuerwaffe geschossen.

Eine junge Frau beschrieb, wie sie sich von der Tanzfläche zum Hintereingang flüchtete. "Die Leute haben mit Stühlen die Fenster eingeschlagen, um rauszukommen", sagte sie dem Sender ABC7.

Polizei hat Schützen "ausgeschaltet"

Nach den Schüssen in dem Lokal hatte die Polizei den mutmaßlichen Schützen unter Kontrolle. Der Ex-Marine sei in der Bar und wurde "ausgeschaltet", sagte Captain Garo Kuredijian vom Büro des Sheriffs des Bezirks Ventura County; der Täter ist tot. Er wurde unter den Toten in der Bar gefunden.
Die Beschreibungen des mutmaßlichen Täters gingen zuerst noch auseinander. Ein Zeuge sagte, der Schütze habe ausgesehen, als komme er aus dem Nahen Osten, andere sprachen von einem Weißen. Übereinstimmend wurde er als in schwarz gekleidet, mit langem Mantel und teilweise vermummt beschrieben. Er soll "wie verrückt" mit einer Waffe um sich geschossen haben, sagten Zeugen ABC7.

Täter verwendete Glock und war polizeibekannt

Die einzige Waffe, die der ehemalige Soldat bei seinem Verbrechen verwendet hat, war eine Glock Pistole vom Kaliber .45, sagte der Sheriff des Verwaltungsbezirks Ventura, Goeff Dean. Über das Motiv herrschte noch Rätselraten. Der Täter soll wegen "kleinerer Vorfälle" der Polizei bekannt gewesen sein. Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde wegen Ruhestörung.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass Polizisten und Feuerwehrleute rund eine Stunde nach den Schüssen das Gebäude betraten. Bilder von ABC7 zeigten Einsatzkräfte, die Verletzte versorgten. Auch Ermittler des FBI waren vor Ort. Sheriff-Sprecher Garo Kuredjian beschrieb die Gegend als normalerweise sehr sicher.

Zeichen der Trauer

Präsident Donald Trump hat angeordnet, am Weißen Haus und anderen Regierungsgebäuden US-Flaggen auf halbmast zu setzen. Dies soll bis Sonnenuntergang am Samstag so bleiben.

Es war das dritte "Mass Shooting" in den USA innerhalb von weniger als zwei Wochen. Vor sechs Tagen wurden zwei Frauen in einem Yoga-Zentrum in Tallahassee, Florida, erschossen, vor zwölf Tagen elf Betende in einer Synagoge in Pittsburgh.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 14.11.2018 um 05:56 auf https://www.sn.at/panorama/international/blutbad-mit-zwoelf-toten-und-einem-jungen-ex-marine-als-taeter-60035299

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