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China weist Kritik von Corona-Untersuchungskommission zurück

Eine unabhängige Untersuchungskommission zum internationalen Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert, dass die anfänglichen Maßnahmen Chinas und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu schleppend angelaufen seien. Die Experten stellten in dem am Dienstag in Genf veröffentlichten Bericht fest, dass China im Jänner 2020 stärkere Maßnahmen zur Eindämmung hätte umsetzen können. China verteidigte sein Vorgehen in einer ersten Reaktion auf den Bericht.

Ex-Regierungschefin Clark führt Corona-Untersuchung (Archivbild) SN/APA (AFP)/DON EMMERT
Ex-Regierungschefin Clark führt Corona-Untersuchung (Archivbild)

Bereits einige Wochen nach der Entdeckung des Virus seien massive Einschränkungen über die Millionenmetropole Wuhan verhängt worden, die "Infektionen und Todesfälle reduzierten", sagte ein Sprecherin des chinesischen Außenministeriums am Dienstag. China habe als erstes Land der Welt wegen des Virus "Alarm geschlagen" und trotz der damals noch fehlenden Informationen "schnelle und entscheidende Maßnahmen" ergriffen. Zugleich betonte die Außenamtssprecherin, China strebe danach, "es besser zu machen".

Die Experten stellten auch der WHO kein gutes Zeugnis aus. Diese hätte schon vor dem 30. Jänner 2020 einen Gesundheitsnotstand ausrufen können, schreibt die von der früheren Premierministerin Neuseelands Helen Clark und der früheren Präsidentin Liberias Ellen Johnson Sirleaf geleitete Kommission. Die Experten befürchten generell, dass das internationale Frühwarn- und Reaktionssystem derzeit seinen Zweck nicht ordnungsgemäß erfüllen könne. "Es scheint aus einer früheren analogen Ära zu kommen und muss in die digitale Zeit geführt werden", hieß es in dem Bericht.

Kritik gab es in dem Zwischenbericht es auch an den Mitgliedsstaaten der WHO. Die Länder würden große Erwartungen an die Arbeit der Organisation stellen, aber der WHO nicht genug Macht und finanzielle Mittel einräumen. Der Bericht ist ein Zwischenstand der Untersuchungen. Für Mai ist die Präsentation des vollständigen Berichts im Rahmen der Weltgesundheitsversammlung geplant.

Die ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus waren Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan festgestellt worden. Die Pandemie breitete sich in der Folge mit großer Geschwindigkeit auf der gesamten Welt aus. Bislang starben weltweit mehr als zwei Millionen Menschen an dem Virus. Die WHO und China waren bereits wiederholt für ihre Reaktion zu Beginn der Pandemie kritisiert worden.

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