International

Darf man Kunst von Sextätern noch konsumieren?

Die Debatte um sexuelle Belästigungen wirft grundsätzliche Fragen auf. Kann man Kunst und Künstler trennen? Diese betreffen Bill Cosby und Harvey Weinstein genauso wie Caravaggio und Richard Wagner.

 SN/lublasser p.

Vor zwei Wochen war Comedian Jerry Seinfeld in der Late-Night-Talkshow von Stephen Colbert zu Gast. Das Gespräch kam auf Bill Cosby, der beide als Künstler geprägt hatte. Colbert stellte die unvermeidliche Frage, ob Seinfeld noch Programme von Cosby ansehen könne, nachdem im letzten Jahr über 35 Frauen angegeben hatten, von dem Comedian mit K.-o.-Tropfen betäubt, missbraucht oder vergewaltigt worden zu sein. Jerry Seinfeld bejahte vehement und war sichtlich erstaunt, dass dies bei Colbert nicht so sei. Fünf Minuten später ruderte Seinfeld zurück: Er habe in der Werbepause nachgedacht und bemerkt: Dies habe sehr wohl Auswirkungen auf ihn. Ob dieses "Nachdenken" von einem Pressesprecher gelenkt wurde oder ob Seinfeld selbst erkannt hatte, dass er sich mit seiner Aussage Unmut zuziehen würde, sei dahingestellt. Es führt aber sehr plakativ den Konflikt vor Augen, dem sehr viele Kulturinteressierte und -schaffende gerade ausgesetzt sind.

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