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Deutschland warnt vor impfresistenten Mutationen

Die deutsche Regierung hat vor dem Auftauchen impfresistenter Mutationen in der derzeitigen Corona-Welle gewarnt. "Wir sind in der gefährlichsten Phase der Pandemie", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun der "Bild am Sonntag". Sollten die Infektionszahlen parallel zum Impfen rasant steigen, "wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff". Dann "stünden wir wieder mit leeren Händen da", warnte Braun.

Deutscher Minister Braun warnt vor Mutationen SN/APA (AFP)/MICHAEL KAPPELER
Deutscher Minister Braun warnt vor Mutationen

"Dann bräuchten wir neue Impfstoffe, dann müssten wir mit dem Impfen wieder ganz von vorne beginnen", sagte der christdemokratische Politiker. Das müsse unter allen Umständen verhindert werden. "Wir dürfen die Chance auf einen weitgehend normalen Sommer nicht dadurch gefährden, dass wir jetzt ein paar Wochen zu früh lockern."

Es bleibe "zwingend notwendig, dass wir die Corona-Infektionen wieder runterbringen", sagte Braun weiter. Dafür müsse es unter anderem statt der inzwischen wieder zurückgenommenen "Osterruhe" regionale Ausgangssperren geben. "Damit das Infektionsgeschehen nicht außer Kontrolle gerät, müssen in Regionen mit Inzidenzen über 100 nicht nur Lockerungen zurückgenommen werden, sondern zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden." Als Beispiele nannte Braun "regionale Ausgangssperren am Abend und in der Nacht", weil es bei privaten Treffen die höchsten Ansteckungsraten gebe.

Wenn alles gut laufe, würden sich die Infektionslage im Mai entspannen und Reisen ab August wieder möglich sein, sagte Braun in dem Interview voraus. "Zu Pfingsten werden wir die ersten positiven Effekte sehen - vorausgesetzt, die Situation läuft bis dahin nicht aus dem Ruder." Zwar seien Reisen zu Ostern "schlicht nicht verantwortbar" - aber: "Ich halte es für realistisch, dass im August Reisen wieder möglich sind."

Als wichtigen Schritt für eine Eindämmung des Virus nannte Braun das Testen in Unternehmen. Wenn bis Anfang April nicht mindestens zwei Drittel der Unternehmen ihre Mitarbeiter zweimal in der Woche testen, dann solle es statt der derzeitigen Selbstverpflichtung der Wirtschaft eine Testpflicht geben.

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