Kopf des Tages

Dietmar Kerschbaum - Sänger und leidenschaftlicher Organisator

Er ist Sänger, Schauspieler und Intendant: Dietmar Kerschbaum ist damit für Bürgermeister Klaus Luger so etwas wie die Idealbesetzung für die künstlerische Leitung der Linzer Veranstaltungsgesellschaft (LIVA), zu der auch das Brucknerhaus zählt. Dort wurde ein "erfahrener Kulturmanager mit weitreichenden Kenntnissen im Musik- und Veranstaltungswesen sowie mit internationalen Netzwerken" gesucht.

Dietmar Kerschbaum wird 2018 künstlerischer Leiter der Linzer Veranstaltungsgesellschaft (LIVA), zu der auch das Linzer Brucknerhaus gehört. SN/APA/JOPERA/MICHAEL SCHMIDT
Dietmar Kerschbaum wird 2018 künstlerischer Leiter der Linzer Veranstaltungsgesellschaft (LIVA), zu der auch das Linzer Brucknerhaus gehört.

Kerschbaum studierte zunächst Trompete an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, danach absolvierte er ein Schauspielstudium am Prayner Konservatorium und gleichzeitig ein Gesangsstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seine ersten Engagements führten den Tenor nach Düsseldorf, Berlin und Nürnberg. 1999 debütierte er mit 28 als jüngster Eisenstein an der Wiener Volksoper in "Die Fledermaus". Er sang aber auch vier Jahre den Pedrillo in Stefan Herheims Neuproduktion von Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" bei den Salzburger Festspielen. Als Monostatos unter Riccardo Muti debütierte er in "Die Zauberflöte" an der Met in New York.

Doch wegen seiner Sängerkarriere holt Linz Kerschbaum nicht. Er muss das in die Krise geratene Brucknerhaus samt Brucknerfest zu neuen Höhen führen. Seine Vorliebe zum Organisieren soll er dabei entfalten. Schon als Kind sei er Schulsprecher gewesen, später Studentenvertreter. Während seines Engagements an der Staatsoper "Unter den Linden" in Berlin fasste er dann den Entschluss, unter die Intendanten zu gehen. Er und seine Kollegen seien vom Regietheater frustriert gewesen. "Immer ging es nur um die Regie und nicht um uns" als Sänger, meinte er.

Und so zog es ihn 2002 nach Hause ins Burgenland, in seinen Heimatort Jennersdorf wo er den "jOPERA jennersdorf festivalsommer" gründete, dessen Intendanz er seitdem innehat. Rund 10.000 Besucher kommen zu dem regionalen Event mit rund 50 Veranstaltungen in den Bereichen Oper, Kinderoper, Konzert und Bildender Kunst ins Südburgenland. Von 2009 bis 2013 war er auch Intendant des Festivals "treartesKultTour im Dreiländerland" Österreich-Slowenien-Ungarn. Darüber hinaus leitete er von 2010 bis 2012 die "Internationale Sommerakademie PragWienBudapest". 2011 bis 2014 hatte Kerschbaum das Gesamtmanagement des länderübergreifenden EU-Projektes "TourKult" inne. 2016 rief er das internationale Festival "321go" ins Leben. Diesen Erfahrungsschatz in puncto Intendanz soll er nun in Linz heben. Er habe jedenfalls "Respekt" und gehe "mit Ehrfrucht an die neue Aufgabe", meinte er am Dienstag in einer ersten Reaktion im ORF Radio Oberösterreich.

Quelle: APA

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