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Doppelmord von Herne: Lebenslang für 20-Jährigen

Im Prozess um den Kindes- und Doppelmord von Herne ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Bochum stellte im Urteil gegen den 20-Jährigen am Mittwoch zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Im Verfahren hatte der Beschuldigte über seinen Verteidiger eingeräumt, im März 2017 einen neunjährigen Buben und einen 22 Jahre alten Bekannten erstochen zu haben.

Marcel H. (20, r.; hier mit seinem Anwalt Michael Emde) muss lebenslang hinter Gitter. SN/APA/dpa/Bernd Thissen
Marcel H. (20, r.; hier mit seinem Anwalt Michael Emde) muss lebenslang hinter Gitter.

Elf Monate nach einem Doppelmord von unfassbarer Grausamkeit ist ein 20-jähriger Mann aus Herne im Ruhrgebiet zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Außerdem stellte das Bochumer Landgericht am Mittwoch die besondere Schwere der Schuld fest und behielt sich wegen der Gefährlichkeit des Angeklagten die spätere Unterbringung in der Sicherungsverwahrung vor.

Der Angeklagte Marcel H. hatte gestanden, im März 2017 zunächst einen neunjährigen Nachbarsjungen und auf seiner Flucht anschließend auch einen 22-jährigen früheren Schulfreund umgebracht zu haben. Die Fotos der mit 120 Messerstichen furchtbar zugerichteten Leichen waren kurz nach den Taten im Internet aufgetaucht und hatten für Furcht und Entsetzen gesorgt.

Die 8. Strafkammer des Bochumer Landgericht stufte den zur Tatzeit 19-Jährigen als Erwachsenen ein, obwohl auch eine Verurteilung nach dem milderen Jugendstrafrecht möglich gewesen wäre. Obwohl der Angeklagte noch zu Hause gewohnt und seine Freizeit mit Computerspielen verbracht habe, gingen die Richter von einer bereits ausgereiften Persönlichkeit aus.

Marcel H. hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert und auch keinerlei Reaktionen gezeigt. Er hatte auf eine mildere Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht gehofft - auch das wäre möglich gewesen, weil er zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war.

Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen die Höchststrafe gefordert. Sie sprach im Plädoyer von "schrecklichen Taten" und einer "grundlosen Ermordung von zwei völlig unschuldigen, jungen Menschen." Marcel H. habe nach den Morden selbst die Öffentlichkeit gesucht und sich durch die Veröffentlichung von Bildern der Leichen in "menschenverachtender Weise" über die Opfer ausgelassen. Außerdem habe er während seiner dreitägigen Flucht "ganz erheblich für Angst in der Bevölkerung rund um Herne" gesorgt.

Nur Vermutungen gibt es zum Motiv. Es kämen Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, Macht- und Größenfantasien sowie "Befriedigung des eigenen Sadismus und Angeberei" in Betracht, meint der zuständige Staatsanwalt.

Quelle: Apa/Ag.

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