International

Ebola-Epidemie erreicht Mali und New York

Nach dem Übergreifen von Ebola auf Mali schickt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Experten in das westafrikanische Land. Drei seien bereits an Ort und Stelle, um die Lage zu untersuchen, mindestens vier weitere sollen nun folgen, sagte am Freitag eine WHO-Sprecherin. Inzwischen ist das Virus auch in der US-Metropole New York angekommen. Die EU stockt ihre Hilfe auf eine Milliarde Euro auf.

Ebola-Epidemie erreicht Mali und New York SN/APA/EPA/Peter Foley
Der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio.

Die Europäische Union verdoppelt ihre Hilfen für den Kampf gegen Ebola auf mindestens eine Milliarde Euro. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedstaaten am Freitag beim Gipfel in Brüssel, wie EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy mitteilte. Bis zu dem Treffen hatten die EU und ihre Mitgliedsstaaten etwas mehr als eine halbe Milliarde Euro zugesagt.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus will Frankreich die Kontrollen auf Reisende "aller Verkehrsmittel" ausweiten. "Frankreich muss Kontrollsysteme haben, die sich nicht nur auf den Luftverkehr beziehen", sagte Frankreichs Staatschef Francois Hollande in der Nacht zum Freitag in Brüssel. Am Donnerstag hatte der Gipfel den Zyprioten Christos Stylianides, der in der neuen EU-Kommission für humanitäre Hilfe zuständig ist, zum Koordinator für Europas Engagement in der Krise ernannt.

In den USA zeigte ein infizierter 33-jähriger Mediziner, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Guinea tätig war, Symptome der lebensgefährlichen Krankheit. Er wurde nach Angaben der Stadtverwaltung in eine Isolierstation des Bellevue Hospital gebracht, wo er sich auch am Freitag aufhielt. Auch seine Verlobte und zwei weitere Personen, die engen Kontakt zu dem Arzt hatten, seien unter Quarantäne gestellt worden. Allerdings zeige bisher keine der Kontaktpersonen Ebola-Symptome, sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.

Der New Yorker Gesundheitsbehörde zufolge war der 33-Jährige am 14. Oktober nach Europa und drei Tage später nach New York geflogen. Erst am Donnerstag (23. Oktober) habe er Fieber bekommen.

In Mali wurden wiederum 43 Menschen, die Kontakt zu einem erkrankten zweijährigen Kind hatten, unter Beobachtung gestellt. Unter diesen sind zehn medizinische Helfer. Der erste Ebola-Fall in Mali war am Donnerstag bekannt geworden. Ein Kind aus Guinea sei positiv auf den Virus getestet worden, sagte Gesundheitsminister Ousmane Kone. Die Mutter des Kindes sei in Guinea gestorben. Verwandte hätten das Kind daraufhin in das benachbarte Mali gebracht.

Wie Malis Gesundheitsministerium weiters mitteilte, wurde das Mädchen im Krankenhaus Fousseyni Daou in der Stadt Kayes isoliert. Im selben Spital seien Verwandte und andere Kontaktpersonen des Kindes unter Quarantäne gestellt worden. Alle Personen, die mit ihnen Berührung gehabt haben könnten, wurden aufgerufen, sich bei medizinischen Einrichtungen zu melden. Darüber hinaus verfügte der Gouverneur von Kaye, Salif Traore, dass am Freitag alle Schulen der Stadt geschlossen blieben.

Ebola-Viren waren zuvor von Menschen aus der am stärksten betroffenen Region auch nach Nigeria und dem Senegal gebracht worden. Dort konnte eine größere Ausbreitung durch rasche Gegenmaßnahmen verhindert werden. Beide Länder wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen als frei von Ebola eingestuft.

Unterdessen gelten die beiden mit dem Ebola-Virus infizierten US-Krankenschwestern als geheilt. Nina Pham konnte die Klinik der Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) in einem Vorort von Washington am Freitag verlassen, anschließend wurde sie von Präsident Barack Obama im Weißen Haus empfangen. Amber Vinson war laut ihrer Familie bereits am Mittwoch für virenfrei erklärt worden, nun bestätigte das Krankenhaus in Atlanta diesen Befund.

Pham und Vinson hatten sich angesteckt, als sie den mittlerweile verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan in einem Krankenhaus im texanischen Dallas gepflegt hatten. Duncan hatte sich in seiner Heimat Liberia infiziert. Das Virus wurde bei ihm aber erst festgestellt, nachdem er Ende September zu einem Familienbesuch nach Texas gereist war.

Angesichts der Epidemie warnte das Welternährungsprogramm (WFP) vor Hunger in Westafrika. Bereits in diesem Jahr sei mit großen Ernteausfällen, steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel und dem Zusammenbruch von Märkten zu rechnen, teilte die Organisation mit. Sollte die Epidemie weitere vier bis fünf Monate andauern, sei zu befürchten, dass Aussaat und Anbau für das kommende Jahr massiv beeinträchtigt würden.

Das österreichische Gesundheitsministerium hat am Freitag ein zweiseitiges Ebola-Informationsblatt vorgestellt. Die auch online abrufbaren Informationen werden durch eine Hotline ergänzt, hieß in einer Aussendung.

In Westafrika sind laut WHO-Zahlen vom 22. Oktober bisher knapp 10.000 Ebola-Fälle erfasst worden. Davon starben fast 4.900, die meisten davon in Liberia, Guinea und Sierra Leone. Die WHO-Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 15.11.2018 um 01:55 auf https://www.sn.at/panorama/international/ebola-epidemie-erreicht-mali-und-new-york-3070909

Schlagzeilen