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Ermittlungen in Italien wegen Handels von Organen von Flüchtlingen

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen mutmaßlichen Handels von Organen von Migranten aufgenommen. Vermutet wird, dass Flüchtlingen in Libyen gegen ihren Willen Organe entnommen wurden. Stützpunkt des Handels sei Ägypten, sagte Staatsanwalt von Palermo, Maurizio Scalia am Dienstag.

Ermittlungen in Italien wegen Handels von Organen von Flüchtlingen SN/APA (Symbolbild/AFP)/GABRIEL BOU
Sie erleben zum Teil Schreckliches.

Die Untersuchung wurde aufgrund einer Anzeige von Ärzten des Mailänder Krankenhauses San Carlo eingeleitet. Diese stellten bei einem Flüchtling aus dem Sudan eine tiefe Narbe auf der linken Beckenseite in Höhe der Nieren fest. Der Mann, der mit einem Migrantenboot Italien erreicht und sich in einem Flüchtlingslager in Mailand aufgehalten hatte, gab zu verstehen, dass er gegen seinen Willen einer Nierentransplantation unterzogen worden sei.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat die Krankenhäuser in der Lombardei aufgefordert, sich zu melden, sollten weitere Fälle auftauchen, die den Verdacht eines Handels mit Organen von Flüchtlingen erhärten könnten. Die Staatsanwaltschaft konnte den sudanesischen Flüchtling nicht befragen, da er inzwischen untergetaucht sei.

Bereits andere Flüchtlinge hatten in den vergangenen Monaten über Organhandel in Libyen berichtet. Wer sich bei den Schleppern verpflichtet habe, die Reise nach Italien zu bezahlen ohne das nötige Geld zu haben, sei verkauft und anschließend für die Organtransplantation ermordet worden, berichteten einige Zeugen der Polizei auf Sizilien.

Staatsanwalt Scalia bestätigte, dass afrikanische Migranten, die die Reise nach Europa nicht zahlen könnten, sich Organtransplantationen unterziehen würden. Die Organe würden dann auf dem Schwarzmarkt verkauft. Mehrere Migranten würden sogar ermordet, um ihnen die Organe zu entnehmen. Scalia drängte auf eine Verschärfung der Strafen für das Vergehen der illegalen Organtransplantation.

Quelle: APA

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