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Erster Zug mit Müll aus Rom rollt nach Zwentendorf

Der erste Sonderzug mit ungetrenntem Müll aus Rom ist nach Österreich unterwegs. Dies berichtet die römische Tageszeitung "Il Messaggero". Der Müll soll in der EVN-Verwertungsanlage in Zwentendorf-Dürnrohr verbrannt werden. Ab Dezember dürfen, vom Umweltministerium genehmigt, innerhalb eines Jahres maximal 70.000 Tonnen Müll nach Österreich eingeführt werden.

Die Verbrennungsanlage Zwentendorf-Dürnrohr.  SN/APA (Archiv/Pfarrhofer)/HERBERT
Die Verbrennungsanlage Zwentendorf-Dürnrohr.

Ein erster Zug mit italienischem Müll ist am Sonntag vom Bahnhof Tiburtina in Richtung Österreich abgefahren. Dies berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero". Noch vor Weihnachten soll der Sonderzug in der EVN-Verbrennungsanlage Zwentendorf-Dürnrohr ankommen. Das sagt EVN-Sprecher Stefan Zach. Aus logistischen Gründen müsse der Zug zwischendurch an Bahnhöfen stehen bleiben.

Rund 100 Müllzüge bis Ende 2017

Die Verbrennungsanlage Dürnrohr rechnet bis Ende 2017 mit ein bis zwei Zügen pro Woche - mit jeweils rund 700 Tonnen Müll an Bord. Maximal 70.000 Tonnen italienischen Mülls dürfen im Lauf des nächsten Jahres in Österreich verbrannt werden.

"Wir verbrennen mit Sicherheit nur Hausmüll", sagt EVN-Sprecher Zach. Das werde permanent kontrolliert. "Auch würde es preislich einen Unterschied machen, ob man etwa Sperrmüll oder Hausmüll verbrenne." Wie viel die EVN pro Tonne Hausmüll einnimmt, will Zach nicht sagen. Der Preis dürfte aber unter 150 Euro pro Tonne liegen. Gerüchten, dass beispielsweise auch radioaktive Abfälle oder anderer Sondermüll im Müll versteckt sein könnten, erteilt er eine Absage. "Das wird mit Strahlenmessgeräten ausgeschlossen, es wird alles streng überwacht."

Der Transport nach Österreich ist zur Entlastung der italienischen Hauptstadt dringend notwendig. Auch nach Deutschland wird Müll mit der Bahn gebracht. Bisher ließen sich in Rom keine Entsorgungsmöglichkeiten umsetzen, die laut EU-Gesetzgebung ohnehin verbotene Deponie Malagrotta wurde 2013 geschlossen. Nach der Schließung suchte Rom vergeblich nach anderen Entsorgungsmöglichkeiten.

Pläne für die Errichtung von Müllverbrennungsanlagen scheiterten an Anrainerprotesten. Dazu kamen Missmanagement und Korruption bei der Müllentsorgungsfirma AMA, bei der ein Finanzloch von 650 Millionen Euro klafft.

Die Probleme mit der Müllentsorgung drohen sich in Rom zuzuspitzen. Die Umweltbeauftragte der Gemeinde Rom, Paola Muraro, die die Müllentsorgung in der Ewigen Stadt hätte lösen sollen, trat vergangene Woche zurück. Muraro zog die Konsequenzen aus den Ermittlungen, welche die römische Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauchs und Verstoß gegen Umweltgesetze gegen sie aufgenommen hat. Die Vorwürfe gegen sie beziehen sich auf die Zeit ihrer Beratungstätigkeit für die städtische Müllentsorgungsgesellschaft AMA.

Quelle: APA

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