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EU-Gesundheitsminister wollen Coronaviren-Schutz abstimmen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Sonntag für Donnerstag ein außerordentliches Ratstreffen der Gesundheitsminister der EU angekündigt. Dabei geht es um abgestimmte Maßnahmen auf EU-Ebene zum Schutz gegen das Coronavirus, wie er in einer Aussendung sagte. In Österreich seien bisher 94 Tests an Verdachtsfällen durchgeführt worden, bisher waren Anschober zufolge alle negativ.

Europa will vorbereitet sein, sollte es zum Ausbruch kommen SN/APA (dpa)/Gregor Fischer
Europa will vorbereitet sein, sollte es zum Ausbruch kommen

"Ich habe die Einberufung dieses außerordentlichen Ratstreffens auf EU-Ebene unterstützt, denn nur gemeinsam können wir gegen die globale Ausbreitung des Coronavirus effektive Maßnahmen setzen", so Anschober. Bei dem Treffen gehe es um ein einheitliches Vorgehen, das "auf der fachlichen Basis der am Dienstag und Mittwoch in Genf stattfindenden ExpertInnenkonferenz der WHO" besprochen und geplant werden soll.

Laut Anschober ist Europa "bisher in einem relativ geringen Ausmaß" von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen: Aktuell seien in Europa 32 Krankheitsfälle bestätigt, zuletzt drei in Großbritannien. "Ich wiederhole daher: das ist kein Grund für Panik, aber für äußerste Vorsicht, Achtsamkeit und Wachsamkeit bei uns in Österreich und für intensive internationale Kooperation", betonte der Gesundheitsminister.

Wie die Situation in den kommenden Wochen aussehen könnte, errechnet das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Sitz im schwedischen Solna. Täglich werden dort unterschiedliche Modelle erstellt, um die Mitgliedsstaaten für einen Ausbruch zu wappnen.

Die Entscheidung, das ECDC zu gründen, fiel im April 2004, mit einer Verordnung des Europäischen Parlamentes und des Europäischen Rates. Knapp ein Jahr später nahm das Zentrum seine Arbeit auf. Die Seuchenbehörde, wie sie kurz genannt wird, ermittelt seitdem durch übertragbare Krankheiten bedingte Risiken für die menschliche Gesundheit, bewertet diese und gibt die Informationen an die einzelnen Gesundheitsbehörden weiter.

"PHE Level 2 Acute Phase" ist derzeit auf dem großen roten Display im "Emergency Operation Centre", dem Kontrollraum des CEE zu lesen. Höchste Alarmstufe also, geschuldet ist diese dem Coronavirus. Allerdings beschreibt der Status nicht die Gefahr durch das Virus, sondern gibt den Arbeitsaufwand wieder, den der Ausbruch der Seuche derzeit verursacht. In zwei Schichten wird derzeit gewacht, gerechnet und informiert, täglich von 6 bis 22 Uhr.

Spätschicht hat gerade Bruno Ciancio, dem man die Last der vergangenen Tage seit dem Ausbruch des Coronavirus deutlich ansieht. Insgesamt arbeiten etwas über 200 Mitarbeiter in dem Zentrum nahe Stockholm. Ihre Aufgabe ist es, tägliche "Updates" zu den weltweiten Infektionen an die EU-Mitgliedsstaaten zu verschicken. Etwa über die Steigerung der registrierten Infektionen sowie der Todesfälle - derzeit starben rund zwei Prozent aller angesteckten Personen.

Der Fokus liegt natürlich auf Europa. Die meisten Infektionen mit dem Coronavirus kann derzeit Deutschland mit mittlerweile 14 Fällen aufweisen. Eine aus Shanghai zurückgekehrte Mitarbeiterin einer Firma hat dort mehrere Kollegen bei einem Meeting angesteckt. In solchen Fällen geht es darum, das Virus so schnell wie möglich zu isolieren.

Direktorin der Seuchenbehörde ist seit Juni 2017 die Deutsche Andrea Ammon, die schon vor 17 Jahren für die deutsche Gesundheitsbehörde gearbeitet hatte. Schon damals hätten die Institutionen Informationen, wie sie das ECDC liefert, dringend gebraucht, sagt sie. Neu sei auch, wie offen der Datenaustausch mit China funktioniere. Tägliche Abstimmungen gibt es auch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderen derartigen Institutionen.

Wie es mit dem Coronavirus weitergeht, können auch die Experten im ECDC nicht sagen, weswegen mehrere mögliche Szenarios errechnet, um die Mitgliedsstaaten auf alles vorzubereiten. Dass es bei den wenigen Fällen in Europa bleiben wird, glauben aber auch die Seuchenexperten nicht, da sich die Symptome schwer etwa von einer Grippeerkrankung unterscheiden lassen. Derzeit werde ein Impfstoff erforscht, den es wohl früher geben werde als ein Medikament.

Österreichischen Besuch im Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten gab es am Freitag. Im Rahmen ihrer Tour durch mehrere europäische Hauptstädte besuchte Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) die Institution.

Quelle: APA

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