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Ex-Radprofi Ullrich ist jetzt in Entzugsklinik

Der frühere Radprofi Jan Ullrich hat sich nach einem Aufenthalt in einer Psychiatrie in eine Entzugsklinik in der Nähe von Frankfurt am Main begeben. Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen Vertrauten des 44-Jährigen. Die Ermittlungen gegen Ullrich wegen des Angriffs auf eine Escort-Dame in einem Hotel laufen.

Ullrich griff ein Escort-Girl an und kam in die Psychiatrie SN/APA (KEYSTONE)/GIAN EHRENZELLER
Ullrich griff ein Escort-Girl an und kam in die Psychiatrie

"Ich kann bestätigen, dass Jan Ullrich in eine Entzugsklinik gefahren ist und mit der Therapie begonnen hat", sagte ein Saarbrücker Geschäftsmann der "BamS". Der Mann begleitete den früheren Radprofi demnach am Samstag in die Klinik.

Ullrich war am Freitag in Frankfurt vorübergehend festgenommen worden, weil er in einem Nobelhotel eine Escort-Dame attackiert und verletzt haben soll. Gegen ihn wird wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ullrich soll in dem Hotel mit der Frau in einen Streit geraten sein und sie daraufhin attackiert und gewürgt haben.

Nach seiner vorübergehenden Festnahme war Ullrich am Freitagabend in eine psychiatrische Klinik gebracht worden. Aufgrund des "seelischen und körperlichen Zustands" des 44-Jährigen habe es keine andere Wahl gegeben, sagte eine Polizeisprecherin.

Ullrich stand zur Tatzeit nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter "erheblichem Alkohol- und Drogeneinfluss". Ullrich soll laut "Bild"-Zeitung am Donnerstagabend nach Frankfurt gereist sein, um eine Therapie aufzunehmen. Erst vor wenigen Tagen war der 44-Jährige wegen eines Zwischenfalls auf dem Grundstück des Schauspielers Til Schweiger auf Mallorca in die Schlagzeilen geraten.

Ulrich hatte 1997 als bisher einziger deutscher Radrennfahrer die Tour de France gewonnen, 2000 wurde er in Sydney Olympiasieger. Später sah er sich mit Dopingvorwürfen konfrontiert und wurde 2006 von der Tour de France ausgeschlossen. 2007 beendete er seine Karriere.

Der ehemalige Biathlon-Star Magdalena Neuner zeigt unterdessen Verständnis für Jan Ullrich. "Ich weiß, welchen Druck Spitzensportler ausgesetzt sind. Ich kann nachvollziehen, dass man daran zerbrechen kann", sagte die zweimalige Olympiasiegerin der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". "Es tut mir für den Menschen Jan Ullrich unheimlich leid. Es ist fürchterlich."

"Das ist tragisch", sagte der frühere Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg in der "Bild am Sonntag" zu Ullrichs Situation. Er wünsche ihm Kraft und "vor allem die richtigen Leute an seiner Seite", sagte der 50-Jährige weiter. "In seinem Umfeld muss einer richtig aufräumen. Hoffentlich gelingt das."

Wegen der psychischen Belastungen durch den Spitzensport und den Starrummel holte sich Magdalena Neuner schon früh in ihrer Karriere Hilfe. "Ich arbeite mit einem sehr, sehr guten Mentaltrainer zusammen, habe viele Dinge mit ihm geklärt", sagte die 31-Jährige. Manche stürzten sich bei Problemen in Alkohol und Drogen, da sei es sicherlich die bessere Wahl, sich einen guten Mentalcoach zu suchen, meinte die dreimalige Sportlerin des Jahres weiter. Die Rekord-Weltmeisterin beendete ihre Karriere bereits mit 25 Jahren.

Quelle: Apa/Ag.

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