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Fassungslosigkeit nach Amoklauf an US-Schule - Rätseln über Motiv

Ein junger Amokläufer an einer High School in den USA hat einen Mitschüler erschossen und vier weitere schwer verletzt.

Schulkameraden zufolge war der Schütze an der High School nördlich von Seattle alles andere als ein Außenseiter: Er sei vielmehr äußerst beliebt gewesen. Dem Sender CNN zufolge deuten aber Twitter-Einträge des Burschen darauf hin, dass ihn in den vergangenen Tagen etwas quälte. Der "Seattle Times" zufolge sagte ein Mitschüler, der Teenager sei wegen Problemen in einer romantischen Beziehung "aufgebracht" gewesen.

Die Polizei hüllte sich zunächst weitgehend über Einzelheiten der Tat in Schweigen. So blieb zunächst auch unklar, ob der Schütze sich seine Opfer gezielt aussuchte. Medien identifizierten den Täter als Angehörigen einer prominenten Familie mit einer vielversprechenden Zukunft. Zwei der Verletzten seien seine Cousins gewesen und hätten in der Nähe des Teenagers gelebt, zitierte der Sender CNN den Großvater der beiden.

Außerdem wurden zwei Mädchen von Kugeln getroffen. Drei der Verletzten befanden sich Medienberichten zufolge am Samstag in einem kritischen, der vierte in einem ernsten Zustand. Alle Opfer seien unter 18 Jahre alt.

Die Bluttat ereignete sich am Freitagvormittag (Ortszeit), als zahlreiche Schüler zum Lunch in die Cafeteria strömten. Der Teenager sei plötzlich aufgestanden, zu einem Tisch gegangen und habe zu schießen begonnen, schilderte Mitschüler Jordan Luton dem Sender CNN. "Er kam von hinten", sagte er. "Sie waren seine Freunde, es war kein Zufall." Auch Augenzeuge Zach Yarbrough schilderte in der "Seattle Times", wie der Schütze "seinen Arm ausstreckte und drei bis vier Mal schoss".

Ein weiterer Teenager berichtete: "Ich sah drei Schüler unter den Tisch fallen... Ich habe mich dann selbst unter dem Tisch versteckt." Dann habe der Schütze nachladen müssen. "Da bin ich weggerannt."

Die Polizei bestätigte, dass sich der Täter dann selbst erschossen habe. CNN zufolge richtete er die Waffe gegen sich selbst, als eine Lehrerin ihn am Arm fasste, um ihn zu stoppen. "Der Schütze starb an Schusswunden, die er sich selbst zugefügt hat", sagte Polizeioffizier Robb Lamoureux in Marysville.

Mitschüler beschrieben den Täter als einen populären, freundlichen und offenen Burschen, der in der Football-Mannschaft gespielt habe. "Niemand hätte das von ihm erwartet", sagte ein Klassenkamerad. Ein Teamkamerad schilderte der "Seattle Times", dass der Teenager noch am Donnerstag an einem Fußballtraining teilgenommen habe und gut gelaunt gewirkt habe. "Er war rundherum glücklich, tänzelte herum und hörte Musik."

US-Präsident Barack Obama wurde über den Vorfall unterrichtet. In den USA kommt es immer wieder zu Schießereien an Schulen. Die bisher schlimmste ereignete sich Ende 2012 an einer Grundschule in Newtown in Connecticut: Ein ehemaliger Schüler tötete 20 Kinder sowie sechs Erwachsene und sich selbst. Vorstöße der Obama-Regierung zu schärferen Waffengesetzen sind bisher stets am Widerstand der Waffenlobby gescheitert.

Quelle: Apa/Dpa

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