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"Franzose" unter Dirigenten: Theodor Guschlbauer

Der Wiener Theodor Guschlbauer gilt als "Franzose" unter den österreichischen Dirigenten. Nach langjähriger Tätigkeit als Chef des Brucknerorchesters und Linzer Generalmusikdirektor leitete er von 1983 bis 1997 die Straßburger Philharmoniker und wurde dafür zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Am Montag wird Guschlbauer, der auch diesen Sommer bei den Salzburger Festspielen am Pult steht, 75.

"Franzose" unter Dirigenten: Theodor Guschlbauer SN/apa
Theodor Guschlbauer.

Am 14. April 1939 in Wien geboren, entdeckte Guschlbauer schon früh seine Liebe zur Musik. Nach dem Studium am Wiener Konservatorium bei Hans Swarowsky sowie der Absolvierung von Sommerkursen bei Lovro von Matacic und Herbert von Karajan in Salzburg erhielt er 1959 sein Diplom als Dirigent. 1961 wurde er an die Spitze des Wiener Barockensembles berufen, das er bis 1969 leitete. Weiters fungierte er von 1964 bis 1966 als Chorleiter der Wiener Volksoper und von 1966 bis 1968 als erster Kapellmeister am Landestheater in Salzburg.

Seine ersten beruflichen Kontakte mit Frankreich knüpfte Guschlbauer 1969 in Lyon, wo er ebenfalls als erster Kapellmeister anfing, bevor er 1971 zum Opernchef berufen wurde. 1975 kehrte der Dirigent nach Österreich zurück und wurde Generalmusikdirektor in Linz sowie Leiter des Brucknerorchesters, in dem er nachhaltige Akzente setzte. Gleichzeitig arbeitete Guschlbauer als zweiter Kapellmeister an der Wiener Staatsoper.

1983 folgte schließlich eine erneute Berufung nach Frankreich. In Straßburg übernahm Guschlbauer die Leitung der Philharmoniker sowie die Musikdirektion der Opera du Rhin. Für diese Tätigkeiten wurde er 1996 neben Größen wie Claudio Abbado und der Sopranistin Natalie Dessay mit dem Ehren-"Victoire", dem französischen Preis für klassische Musik, ausgezeichnet. Ein Jahr später wurde Guschlbauer vom damaligen französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und damit in den höchsten nationalen Orden aufgenommen. In Österreich würdigte man ihn mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

Guschlbauer zeichnete unter anderem für die Uraufführungen von Maurice Ohanas "Autodafe" (1972), Egon Wellesz' "Symphonischer Epilog" (1976) sowie Helmut Eders "5. Symphonie" (1981) verantwortlich. Von 1997 bis 2001 leitet er die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen. Seitdem ist er als freischaffender Dirigent tätig und leitete u.a. 2006 die Neuinszenierung von "La finta semplice" von Jens-Daniel Herzog an der Zürcher Oper, blieb aber auch dem Brucknerorchester über die Jahre treu. Zu den namhaften Festivals, bei denen Guschlbauer regelmäßig zu Gast ist, gehört auch Salzburg. Am 16. August leitet er im Rahmen der Festspiele mit der Camerata Salzburg das Abschlusskonzert des Young Singers Projects.

Quelle: APA

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