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Gedenken an Grenfell-Brand: Betroffene wollen Gerechtigkeit

Bewohner, Aktivisten und Politiker haben am dritten Jahrestag des verheerenden Grenfell-Hochhausbrandes in London der 72 Toten gedacht. Angesichts der Einschränkungen in der Corona-Pandemie organisierte die Initiative "Humanity for Grenfell" am Sonntag einen überkonfessionellen Online-Gottesdienst, zudem wurde mit 72 Schweigesekunden an die Opfer erinnert.

Verdacht der sozialen Benachteiligung steht im Raum SN/APA (AFP)/JUSTIN TALLIS
Verdacht der sozialen Benachteiligung steht im Raum

Aktivisten warfen den Behörden vor, seinerzeit das Anbringen einer Außenverkleidung genehmigt zu haben, die zur schnellen Ausbreitung der Flammen beigetragen habe und forderten Gerechtigkeit für die Opfer. "All dies erfordert Wahrheit, die 100-prozentige Wahrheit, und wir wissen, es wird ein langer Weg sein", sagte Ambrose Mendy, der einen Angehörigen bei dem Feuer verlor.

Premier Boris Johnson sagte in einer Videobotschaft: "Alle in diesem Land sind in Gedanken bei Ihnen." Er werde sich weiter dafür einsetzen, die Ursachen der Tragödie aufzudecken und dafür zu sorgen, dass sich so etwas nie wiederhole.

Bei dem Brand am 14. Juni 2017 hatten sich die Flammen in rasendem Tempo über die Außenverkleidung in dem 24-stöckigen Sozialbau ausgebreitet. Die Chefin der Londoner Feuerwehr, Dany Cotton, hatte im Dezember nach heftiger Kritik an dem Einsatz ihren Rücktritt angekündigt.

Ende Oktober 2019 waren die ersten Ergebnisse einer noch laufenden Untersuchung bekannt geworden. Darin wurden der Feuerwehr "schwerwiegende Mängel" und Fehler im System vorgeworfen. Kritisiert wurde insbesondere die Anweisung an die Bewohner des Hochhauses, in den Wohnungen zu bleiben.

Quelle: Apa/Dpa

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