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Gina Lollobridgida - Filmstar und Künstlerin

Ihr Name erschien anfangs selbst den Regisseuren zu schwer - sie wollten die junge Schauspielerin als Diana Lori groß herausbringen. Doch Gina Lollobrigida oder "Lollo", wie sie später liebevoll genannt wurde, sträubte sich: "Mein Onkel ist trotz unseres langen Namens ein bekannter Maler geworden." Und sie sollte Recht behalten: Gina Lollobrigida machte mehr als 60 Filme, ihr wurden nicht weniger als 6000 Titelseiten gewidmet. Am Mittwoch feiert sie ihren 85. Geburtstag.

Gina Lollobridgida - Filmstar und Künstlerin SN/AP
Gina Lollobridgida machte gleich in drei Sparten Karriere.

In dem kleinen Ort Subiaco östlich von Rom geboren, wird Gina als Dreijährige in einem Wettbewerb zum schönsten Kleinkind gekürt. Nach dem Zweiten Weltkrieg geht sie nach Rom, will Malerei und Bildhauerei studieren und schlägt sich mit Statistenrollen und Kohlezeichnungen von Gästen in den Lokalen durch. Sie läuft dem Filmregisseur Mario Costa über den Weg, der sie auf der Straße anspricht und für einen ersten Film engagiert. "Gina Nazionale" wird zum WeltstarIhre Karriere scheint nicht mehr aufzuhalten, obwohl sie ein erstes Hollywood-Angebot vom US-Milliardär Howard Hughes ablehnt, freiheitsliebend wie sie ist. Er wollte auch ihr Privatleben bestimmen. Ihr internationaler Durchbruch kam in den 1950er Jahren mit "Fanfan, der Husar" und "Die Schönen der Nacht". Für "Liebe, Brot und Phantasie" erhält der vollbusige Männerschwarm, als Filmidol auch "Gina nazionale" genannt, beste Kritiken, und für ihre Rolle als Esmeralda in "Der Glöckner von Notre Dame" feiert man sie weltweit. Sie hat viel Sex-Appeal, aber das ist nicht alles, sie kann auch schauspielern. Fachpresse und Publikum sind begeistert, ein deutsches Magazin spricht gar von "Lollolitis". Gina dreht in Frankreich, Amerika, England und Afrika, spielt an der Seite von Stars wie Humphrey Bogart oder Rock Hudson, Burt Lancaster und Anthony Quinn. Sie ist ein Weltstar geworden, mit höchsten Gagen.Erfolgreich als FotografinEnde der 1960er sattelt sie dann um. Die Filmdiva mit dem Hang zu jüngeren Männern bekommt immer weniger Rollen, sieht Kino als Arbeit an - sie will ihrer Passion nachgehen, der Kunst. Lollobrigida beginnt das Fotografieren, wird von großen US-Magazinen entdeckt, hat mit einem Fotoband über Italien einen Riesenerfolg. In ihrer zweiten Karriere porträtiert sie Fidel Castro, Salvador Dali sowie Henry Kissinger und Paul Newman mit dem ihr eigenen sensiblen und besonderen Blick. Viel Lob kommt von den Kritikern. Und sogar die deutsche Fußballnationalmannschaft lässt sich von ihr fotografieren.Ausstellungen als BildhauerinAb 1990 folgt die dritte Karriere. Wenn man so will, geht es zurück zu ihren ersten Neigungen. Denn Gina nimmt Unterricht bei dem bekannten Bildhauer Giacomo Manzù, arbeitet immer mehr in ihrem Atelier in Pietrasanta in der Toskana, stellt Skulpturen in Moskau und Sevilla aus. Nebenbei engagiert sie sich für eine bessere Welt, setzt sich dafür als Unicef- und FAO-Botschafterin ein. Und lässt sich sogar für Wahlen zum Europaparlament aufstellen, erhält aber zu wenig Stimmen.

Quelle: SN, Dpa

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