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Großbrand in Südafrikas Parlament flammte wieder auf

Der Großbrand in Südafrikas Parlamentsgebäude vom Neujahrswochenende hat die Kap-Nation auch am Montag weiter in Atem gehalten. Nachdem das Feuer am Vormittag als weitgehend gelöscht galt, waren am Abend im Dachbereich erneut lodernde Flammen und dichte Rauchschwaden über dem historischen Gebäude zu sehen. Das zunächst auf ein Dutzend Feuerwehrleute verringerte Löschpersonal wurde umgehend wieder aufgestockt.

Die zuständige Ministerin Patricia de Lille hatte eine knappe Stunde zuvor erklärt, die enorme Hitze in dem Gebäude sei von 400 Grad Celsius auf 100 Grad gesunken. Eine Begehung der Ruine durch Ermittler sei noch nicht möglich. Sie zeigte sich am Abend erschüttert. "Es ist echt traurig, was hier passiert; wir hatten ein Wiederaufflammen erwartet, aber nicht so schlimm", sagte sie Journalisten vor dem Gebäude. Jermaine Carelse von der städtischen Feuerwehr erklärte, aufkommender Wind habe die Flammen zusätzlich angefacht.

Die Brandbekämpfer hätten seit sechs Stunden ununterbrochen zu löschen versucht und müssten nun bald ausgetauscht werden. Er hoffe, dass sich der Wind in den kommenden Stunden legen werde. Die Kosten für einen Wiederaufbau des historischen Gebäudes dürften nach ersten Schätzungen enorm sein. "Wir werden mehrere hundert Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Rands für den Wiederaufbau benötigen", sagte Kapstadts Sicherheitsbeauftragter Jean-Pierre Smith am Montag dem Nachrichtensender eNCA. Dies entspräche mehreren hundert Millionen Euro.

Smith sprach vor laufender Kamera von schweren Mängeln, die auf mangelhafte Wartung zurückzuführen sein könnten. So habe sich das Elektrizitätssystem nicht automatisch ausgeschaltet und die Belüftungsanlagen weiter laufen lassen. Auch sei der automatische Feueralarm erst mit großer Verspätung ausgelöst worden.

In der Touristenmetropole Kapstadt hatten Feuerwehrleute ab dem frühen Sonntagmorgen versucht, den Brand in dem teilweise knapp 150 Jahre alten Gebäude unter Kontrolle zu bekommen. Die Flammen haben unter anderem auch den Plenarsaal der Nationalversammlung sowie zahlreiche Büros zerstört.

Das Feuer war zunächst an der Rückseite des Gebäudekomplexes ausgebrochen, der die Alte Versammlungskammer und den Nationalrat der Provinzen beherbergt, wie Ministerin Patricia de Lille erklärte. Die Parlamentsbibliothek mit wertvollen Büchern konnte wegen der feuersicheren Mauern dort vor den Flammen gerettet werden. Zudem konnten elektronisch gespeicherte Daten gesichert werden.

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