Kopf des Tages

Hermann Nitsch - zwischen Prinzendorf, Mistelbach und Neapel

Schloss Prinzendorf ist der persönliche und künstlerische Lebensmittelpunkt von Hermann Nitsch. Doch auch in Italien hat er seine Spuren hinterlassen. Dieser Tage feiert Nitsch seinen 80. Geburtstag.

Hermann Nitsch wird 80.  SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Hermann Nitsch wird 80.

Im Wesentlichen sind es drei Orte, die Leben und Werk von Hermann Nitsch repräsentieren. Neben seinem Wohnsitz in Prinzendorf im Weinviertel, wo immer wieder Veranstaltungen stattfinden, kann man im Nitsch Museum in Mistelbach sowie im Nitsch Museum in Neapel in sein umfangreiches Werk eintauchen.

Schloss im Weinviertel als Lebensmittelpunkt

Das im 18. Jahrhundert gebaute und 1971 erworbene Anwesen im Weinviertel wurde bald nicht nur zum persönlichen, sondern auch künstlerischen Mittelpunkt für Hermann Nitsch. Den Kauf machte ihm seine zweite, später nach einem Unfall verstorbene Frau Beate möglich. Im Schloss wurden zahlreiche Aktionen des Orgien Mysterien Theaters aufgeführt und kam es 1998 auch zum legendären 6-Tage-Spiel, das der Künstler selbst als bisherigen Höhepunkt seines Schaffens ansieht. Alljährlich zieht das Pfingstfestspiel auf Schloss Prinzendorf zahlreiche Besucher an.

Aktuelle Jahresausstellung zum Werdegang Nitschs

Am 24. Mai 2007 eröffnete im Museumszentrum Mistelbach das Hermann Nitsch Museum. Für die Anlage transformierten Johannes Kraus und Michael Lawugge das ehemalige Areal der Pflugfabrik Heger, etwa ein Drittel des 6.000 Quadratmeter umfassenden Areals ist dem Künstler Nitsch gewidmet. Die aktuelle Jahresausstellung unter dem Titel "Hermann Nitsch - Leben und Werk" bietet anlässlich des 80. Geburtstags einen 130 Meter langen Ausstellungsrundgang, der den Werdegang des Künstlers nachgezeichnet und mithilfe von Schlüsselwerken und Originaldokumenten die wichtigsten Lebensphasen veranschaulicht.

Am 13. September 2008 folgte das "Museo Nitsch" in Neapel, das Nitschs Freund und Sammler Giuseppe Morra dem Künstler zum 70. Geburtstag schenkte. Das neue Museum wurde in einem ehemaligen Elektrizitätswerk über den Dächern der Altstadt Neapels eingerichtet. Auf 1.800 Quadratmetern zeigt das "Museo Archivio Laboratorio per le Arti Contemporanee Hermann Nitsch" vorrangig Exponate, die im Rahmen von Aktionen mit Morra entstanden sind, darunter Zubehör, Reliquien und Gemälde.

Quelle: APA

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