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H&M nahm nach Rassismus-Vorwurf Sweatshirt aus Sortiment

Nach heftiger Kritik an einer als rassistisch empfundenen Werbung hat die schwedische Modekette H&M einen umstrittenen Kapuzen-Pullover aus dem Sortiment genommen. Nicht nur das Foto des Kleidungsstücks, sondern auch das Sweatshirt selbst seien nicht mehr verfügbar, so der Konzern am Dienstag beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. Zuvor hatte auch US-Basketballstar LeBron James H&M scharf kritisiert.

Die Aufschrift auf diesem Pulli sorgt für Ärger. SN/ap/h&m
Die Aufschrift auf diesem Pulli sorgt für Ärger.

Auf der Website des Labels war am Montag noch vorübergehend ein kleiner dunkelhäutiger Bub in einem grünen Kapuzen-Pulli abgebildet, der den Schriftzug "Coolest Monkey in the Jungle" (Coolster Affe im Urwald) zeigte.

H&M entschuldigte sich "bei jedem, den dies verletzt hat" und änderte die Werbung. Ein Foto des Kapuzen-Pullis ohne den Buben stand jedoch zunächst weiter zum Kauf online.
NBA-Superstar LeBron James veröffentlichte am Dienstag bei Instagram eine Fotomontage, die den Buben mit einer Krone auf dem Kopf zeigte, der Schriftzug auf dem Shirt war ebenfalls von einer Krone überdeckt.

Dazu schrieb der dunkelhäutige Sportstar: "Ich sehe einen jungen König! Den Herrscher der Welt, eine unantastbare Kraft, die niemals angezweifelt werden kann!"

Afroamerikaner müssten stets Hindernisse überwinden, gegen Vorurteile ankämpfen und härter für Anerkennung arbeiten als andere, schrieb James. Die H&M-Werbung hatte seit Sonntag im Netz Empörung ausgelöst.

Der kanadische R&B-Musiker The Weeknd (27, "Starboy") hatte zuvor angekündigt, die Zusammenarbeit mit H&M zu beenden. "Ich war diesen Morgen geschockt und beschämt von diesem Foto. Ich bin zutiefst beleidigt und werde nicht mehr mit H&M zusammenarbeiten", schrieb der Sänger mit äthiopischen Wurzeln am Montag auf Twitter.

"Wir glauben bei allem, was wir machen, an Vielfalt und Inklusion und werden all unsere internen Strategien überprüfen, um künftige Probleme zu verhindern", hieß es in einem Statement, aus dem mehrere Medien zitierten. The Weeknd, der eigentlich Abel Tesfaye heißt, hatte bei H&M seine eigenen Kollektionen herausgebracht und für die Kette gemodelt.


Auch Ex-Tennis-Star Boris Becker zeigte sich auf Twitter erbost. "Es hört nie auf...Wann fangen wir an, Farben zu respektieren!!!" Der 50-Jährige hatte zuletzt den deutschen AfD-Politiker Jens Maier angegriffen, nachdem auf dessen Twitter-Account Beckers Sohn Noah als "Halbneger" beschimpft worden war. "Es ist Zeit, aufzustehen, den Finger zu heben und auf die Straße zu gehen. Hier und auf der ganzen Welt", schrieb Becker in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Rassismus dürfe einfach nicht länger hingenommen werden.

In den vergangenen Jahren hatten Konzerne mehrfach Werbeskandale ausgelöst: 2014 musste das Modelabel Zara einen gestreiften Schlafanzug mit gelbem Stern zurückziehen, der an die Kleidung jüdischer Häftlinge in NS-Konzentrationslagern erinnerte. Im vergangenen Oktober sah sich die Pflegeprodukte-Marke Dove zu einer Entschuldigung veranlasst, nachdem in einer Werbung ein dunkelhäutiges Model nach dem Wechsel seines Tops in ein weißes mutiert war.

(Apa/Afp/Dpa)

Aufgerufen am 25.05.2018 um 10:38 auf https://www.sn.at/panorama/international/hm-nahm-nach-rassismus-vorwurf-sweatshirt-aus-sortiment-22706014

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