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Hobbytaucher und Archäologen bargen Schätze aus dem Mittelmeer und aus einem alten Flussbett in Bayern

Spektakuläre archäologische Funde in Israel und Bayern: Ein Hobbytaucher fand in nur fünf Metern Tiefe vor der israelischen Küste ein 900 Jahre altes Schwert aus der Zeit der Kreuzritter. In Augsburg dagegen machte eine Fabriksschließung nach Jahrzehnten wieder archäologische Grabungen möglich: Dort fand sich in einem alten Flussbett der Wertach der größte Schatz von Silbermünzen aus römischer Zeit, der jemals auf bayerischem Gebiet gemacht wurde.

Ein israelischer Hobbytaucher hat im Mittelmeer vor der Küste südlich der Hafenstadt Haifa ein 900 Jahre altes Kreuzritterschwert entdeckt. In Augsburg hingegen stießen Archäologen nach der Schließung einer Fabrik auf den bisher größten Schatz an Silbermünzen aus römischer Zeit, der je in Bayern gefunden wurde.

Das Schwert mit seiner einen Meter langen Klinge und einem 30 Zentimeter langen Griff sei auf dem Meeresgrund vor der Küste südlich von Haifa gelegen, teilte die Israelische Altertumsbehörde mit. "Das Schwert, das in perfektem Zustand erhalten ist, ist ein schöner und seltener Fund und gehörte offensichtlich einem Kreuzritter", sagte Nir Distelfeld von der Israelischen Altertumsbehörde. Der Küstenabschnitt mit seinen natürlichen Buchten diente antiken Schiffen als Zufluchtsort bei Stürmen. An größeren Buchten entstanden demnach historische Küstenstädte. Diese wiederum hätten Händler mit ihren Schiffen angezogen, die reiche archäologische Funde hinterließen, teilte die Behörde mit. Am Fundort des Schwerts gebe es Hinweise auf eine Nutzung als Ankerplatz bereits vor 4000 Jahren. Die Altertumsbehörde überwache das Areal bereits seit Juni. Doch "die Funde an dem Ort sind sehr flüchtig, weil sie erscheinen und verschwinden mit der Bewegung des Sands", heißt es in der Mitteilung. Der Taucher habe das Schwert am Samstag entdeckt und mitgenommen. Anschließend habe er es der Behörde übergeben.

In Augsburg wurden mehr als 15 Kilogramm Silbermünzen aus der Römerzeit entdeckt. Die Münzen stammten aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus, berichtete die Stadt. Sie lagen dort im Kies des alten Flussbetts der Wertach. Bereits im Juni hatte die Stadt zahlreiche römische Funde im Gesamtgewicht von mehr als 400 Kilogramm von dem Areal des ehemaligen Autozulieferers präsentiert. Dies waren neben Münzen auch Waffen, Werkzeuge, Knochen und der eiserne Reifen eines Wagenrads. Dies war der bedeutendste Fund in der alten Römerstadt seit mehr als 100 Jahren. Auf dem Areal wurde gegraben, bevor nun Wohnungen gebaut werden. Der Fund in Augsburg soll am Mittwoch präsentiert werden.

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