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Höhere Strafen für Ex-Chefs von Fabrik in Rotschlamm-Prozess

Im Prozess um die Rotschlamm-Katastrophe 2010 in der ungarischen Aluminiumfabrik MAL AG Ajka hat das Tafelgericht in der westungarischen Stadt Györ am Freitag die Urteile aus erster Instanz für die Firmenspitze erhöht. Der damalige Chef des Unternehmens wurde als Erstangeklagter zu vier Jahren unbedingter Haft, sein Stellvertreter als Zweitangeklagter zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt.

Zehn Menschen kamen ums Leben SN/APA (AFP)/STR
Zehn Menschen kamen ums Leben

In erster Instanz waren es zweieinhalb bzw. zwei Jahre gewesen. Die Bewährungsstrafe aus erster Instanz für den Fünftangeklagten wurde vom Tafelgericht - die Berufungsinstanz in Ungarn - mit unbedingter Haft von zweieinhalb Jahren korrigiert. Laut Urteilsbegründung wurden die Angeklagten wegen fahrlässiger öffentlicher Gefährdung sowie der Verletzung der Ordnung der Abfallwirtschaft schuldig gesprochen. Die übrigen Angeklagten erhielten bedingte Haft- oder Geldstrafen, fünf wurden freigesprochen. Alle Angeklagten beteuerten vor der Urteilsverkündung ihre Schuldlosigkeit.

Die Urteile fielen rund neun Jahre nach dem Umweltdesaster, bei dem am 4. Oktober 2010 auf dem Gelände des Unternehmens MAL AG ein Becken mit hochgiftigem Rotschlamm barst. Rund eine Million Kubikmeter ätzender Schlamm überschwemmte die Orte Kolontar und Devecser. Zehn Menschen starben, mehr als 200 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Die Schlammlawine zerstörte mehr als 300 Häuser und verursachte schwerste Umweltschäden.

Quelle: APA

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