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Immer mehr Opfer bei Überschwemmungen in Jordanien

Bei schweren Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen in Jordanien sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Betroffen war auch die antike Felsenstadt Petra, dort mussten nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 3.700 Touristen in Sicherheit gebracht werden.

Nach Vermissten wird weiterhin gesucht SN/APA (AFP)/HANDOUT
Nach Vermissten wird weiterhin gesucht

In Teilen des Unesco-Welterbes und seiner Umgebung stand das Wasser bis zu vier Meter hoch, wie das jordanische Staatsfernsehen am Samstag berichtete. Petra liegt in tiefen Schluchten. Schwere Regenfälle können sie in reißende Ströme verwandeln. Petra war um 300 v. Christus die Hauptstadt des nabatäischen Königreichs. Der geschützte Zugang durch eine enge Schlucht namens Al Siq führt zu Grabstätten und Tempeln, die nicht gebaut, sondern in rosafarbene Sandsteinklippen gehauen wurden. Das Design der Fassaden vor den Innenräumen als Höhlen im Berg ähnelt Abwandlungen von antiken griechischen Tempeln.

Aufnahmen von Besuchern in Petra zeigten, wie sich Wassermassen durch die Felsformationen der archäologischen Stätte schoben. Die Touristen brachten sich auf höher gelegenen Felsen vor dem reißenden Strom in Sicherheit. Alle Touren in das Gebiet wurden vorläufig ausgesetzt.

Die Unwetter trafen am Freitag vor allem den Süden Jordaniens. Fünf Tote gab es in Madaba, drei Menschen starben in Dabaa südlich von Amman. Ein weiteres Opfer wurde aus Maan gemeldet. Unter den Toten sei auch ein Rettungshelfer, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes.

In Madaba suchten die Rettungskräfte nach zwei Mädchen, die vermutlich von den Fluten mitgerissen wurden, wie ein Sprecher des Zivilschutzes im Fernsehen sagte. Die Rettungskräfte setzten demnach Helikopter und gepanzerte Fahrzeuge ein, um Menschen aus den Wassermassen zu retten und nach Vermissten zu suchen.

Nach heftigen Regenfällen in Dabaa wurde die Autobahn, die durch die Wüste in den Süden des Landes führt, in beide Richtungen gesperrt. Das Bildungsministerium ordnete für Samstag die Schließung aller Schulen an.

Erst vor etwa zwei Wochen waren bei schweren Unwettern im Westen Jordaniens 21 Menschen ums Leben gekommen - darunter zahlreiche Schüler, die auf der Rückfahrt von einem Ausflug in die Region am Toten Meer gewesen waren. Die Wassermassen rissen ihren Schulbus sowie mehrere Spaziergänger mit sich. Nach der Katastrophe waren der Bildungs- und der Tourismusminister zurückgetreten.

Quelle: Apa/Ag.

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