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Indonesien schickt 210 Tonnen Müll zurück nach Australien

Indonesische Behörden haben erneut die Einführung von unsortierten und zum Teil gefährlichen Abfällen aus einem wohlhabenderen Land verhindert. Acht Container mit mehr als 210 Tonnen Müll werden in ihr Herkunftsland Australien zurückgeschickt, wie die Zollbehörde in Ostjava am Dienstag mitteilte. Indes sucht Rom nach Strategien, um die Müllkrise zu überwinden und will Müll nach Schweden bringen.

Indonesien wehrt sich gegen die ungebremste Einfuhr von Müll SN/APA/AFP/JUNI KRISWANTO
Indonesien wehrt sich gegen die ungebremste Einfuhr von Müll

Erst in der Vorwoche hatte das Inselreich 49 Container mit Abfall in Industrieländer zurückgesendet. Die in der Stadt Surabaya beschlagnahmten Container aus Australien enthielten neben dem deklarierten Papiermüll auch gefährliche Materialien und Haushaltsmüll wie Windeln, Plastikflaschen, Dosen und Elektroschrott. Nach Behördenangaben hatte das australische Unternehmen Oceanic Multitrading die Container mit Hilfe der indonesischen Firma PT versendet.

Derzeit wehren sich immer mehr südostasiatische Länder gegen die ungebremste Einfuhr von Müll. Hintergrund ist, dass China im vergangenen Jahr entschieden hatte, kein gebrauchtes Plastik aus anderen Ländern mehr zu verarbeiten. Seitdem finden große Kunststoffmengen ihren Weg nach Südostasien, wo der Müll dann oft nicht fachgerecht entsorgt wird und schwere Schäden zu Lasten von Menschen und Umwelt entstehen.

Auch in Rom spitzt sich die Müllkrise zu. Angesichts akuter Probleme mit der Entsorgung des Unrats sucht die Gemeinde Rom nach Strategien, um die Krise zu überwinden. Jetzt soll der Abfall nach Schweden gebracht werden. Schon im Sommer sollen Schiffe vom römischen Hafen Civitavecchia starten, um den Müll zuerst nach Stockholm und dann nach Göteborg zu bringen. Hier soll er in Müllverbrennungsanlagen entsorgt werden, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero".

Ein dreijähriger Vertrag soll mit Müllentsorgungsgesellschaften in Schweden unterzeichnet werden. "Wir arbeiten, um Lösungen für die Müllentsorgung im Ausland zu finden", bestätigte Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi.

Rom hat seit Jahren Probleme mit der Müllentsorgung. Die kommunale Müllentsorgungsgesellschaft AMA rief zuletzt die Römer auf, weniger Unrat zu produzieren und aktiver zu recyceln.

Die Stadt Rom hat bereits Erfahrung mit Müllentsorgung außerhalb den italienischen Grenzen. 2017 waren 70.000 Tonnen Müll per Bahn in der österreichischen Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr bei Zwentendorf (Bezirk Tulln) entsorgt worden. Daraus wurde Strom für 170.000 Haushalte in der Region und Fernwärme für St. Pölten erzeugt. Die Müllausfuhren von Rom Richtung Österreich wurden Ende 2017 gestoppt.

Quelle: Apa/Ag./Dpa

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