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Kämpfernatur: Deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta wird 75

Ihr bisher letzter Spielfilm, "Die abhandene Welt", war 2015 ein Erfolg, neue Projekte sind in Arbeit: Margarethe von Trotta, Deutschlands international bekannteste Regisseurin, gibt nicht auf. Immer wieder bestätigt sie jene Haltung, die eine Fernsehdoku zu ihrer Arbeit einmal klug im Titel zusammengefasst hat: "Die Lust zu kämpfen - die Kraft zu lieben." Am Dienstag wird sie 75.

Regisseurin Margarethe von Trotta wird 75. SN/APA (Archiv/dpa)/TOBIAS?HASE
Regisseurin Margarethe von Trotta wird 75.

Die am 21. Februar 1942 in Berlin geborene Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin mit Wurzeln in einem alten baltischen Adelsgeschlecht beschäftigt sich in ihren Filmen immer wieder mit starken, kämpferischen Frauen. Ein für sie unerschöpfliches Thema, das sie stets dazu nutzt, über Einzelschicksale gesellschaftliche Entwicklungen zu spiegeln.

Ihre bekanntesten Filme sind das von den Biografien der Schwestern Ensslin angeregte Kammerspiel "Die bleierne Zeit" (1981), die Filmbiografien "Rosa Luxemburg" (1985) und "Hannah Arendt" (2012) sowie das Anti-Nazi-Drama "Rosenstraße" (2003). Weltweit bekam sie viele Auszeichnungen. Ihre deutsch-deutsche Liebesgeschichte "Das Versprechen" (1995) errang gar eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester ausländischer Film".

Begonnen hat Margarethe von Trotta ihre künstlerische Laufbahn als Schauspielerin. Bei Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Reinhard Hauff und Herbert Achternbusch. 1975 kam der Durchbruch zur großen Bekanntheit mit Ko-Drehbuch und Ko-Regie neben ihrem langjährigen zweiten Ehepartner Volker Schlöndorff zur Kino-Adaption des Romans "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll.

Sie, die einstige Schauspielerin, hat in ihren Filmen vielen deutschen Aktricen deren besten Rollen gegeben. Stars wie Angela Winkler, Hanna Schygulla, Katja Riemann und vor allem Barbara Sukowa verdanken Margarethe von Trotta einige ihrer eindrucksvollsten Filmauftritte.

Das große Publikum hat die Filme der Regisseurin fast ausnahmslos geschätzt. Die Kritik war ihr nicht immer gewogen. Die heftigen Anwürfe gegen ihren Film "Heller Wahn" (1983) in Deutschland hat von Trotta als "richtiggehend sexistisch" empfunden, wie sie Jahre später in einem dpa-Gespräch gestand. "Wenn sie gekonnt hätten, hätten sie mich gelyncht." Dann wurde das Drama um eine Frauenfreundschaft von der New Yorker Szene-Zeitung "Village Voice" zu den zehn besten Filmen des Jahres gekürt. "Das hat mich auch wieder getröstet."

Als Außenseiterin jedoch hat sich Margarethe von Trotta in Deutschland nie gefühlt. "Ich gehöre dazu, genauso wie Schlöndorff oder Herzog oder Wenders - wir gehören dazu", sagte sie der dpa einmal. "Gewürdigt werden wir nicht immer. Aber damit muss ein Künstler leben können. Natürlich will man geliebt werden, auch vom eigenen Land möchte man anerkannt und verstanden werden."

Ihre Haltung: "Man muss sich treu bleiben." Margarethe von Trotta kämpft mit Lust. "Mir ist noch nie in irgendeiner Weise was geschenkt worden, ich musste immer kämpfen, und das ist auch ein gewisses Training." Die Künstlerin, die heute überwiegend in Paris und München lebt, begegnet dem Alter mit Arbeit. So sagte sie vor einiger Zeit in einem Interview: "Ich will natürlich weiter Filme machen, solange ich atmen, denken und laufen kann. Ich habe noch Ideen."

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 23.09.2018 um 10:16 auf https://www.sn.at/panorama/international/kaempfernatur-deutsche-regisseurin-margarethe-von-trotta-wird-75-354421

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