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Kalt, kälter, minus 30 Grad: Europa friert

Eine Kältewelle lässt weite Teile Europas schlottern. Von Moskau bis Athen herrschen für die jeweiligen Verhältnisse extrem tiefe Temperaturen.

Die Temperaturen in Russland fallen weiter.  SN/APA (AFP)/YURI KADOBNOV
Die Temperaturen in Russland fallen weiter.

In Österreich wurde in der Nacht auf Freitag ein offizieller Tiefstwert von knapp minus 30 Grad gemessen - auf dem Brunnenkogel in Tirol auf gut 3.400 Metern Höhe. Wo der kälteste Punkt in Salzburg war, lesen Sie hier.

In Moskau sprachen selbst die Behörden von "ungewöhnlich kaltem Wetter". Die Temperaturen lagen bei bis zu minus 30 Grad und damit im Mittel bis zu zwölf Grad niedriger als üblich, teilte die Stadt mit. Auch einen Rat für die Bevölkerung gab es: nicht länger als notwendig draußen aufhalten, "lange Aufenthalte auf der Straße dringlichst vermeiden". Am Samstag, wenn die Russen das orthodoxe Weihnachtsfest feiern, sollten die Temperaturen noch einmal fallen: auf knapp minus 40 Grad, noch dazu bei eisigem Wind.

Aus Ungarn wurde eine erste Bilanz der Kältetoten gemeldet: Demnach erfroren in diesem Winter bereits mindestens 80 Menschen in dem Land - doppelt so viele wie im Jahr zuvor, die aktuelle Kältewelle noch nicht eingerechnet. Betroffen waren den Daten des Ungarischen Sozialforums zufolge viele Obdachlose. Rund 30 Menschen seien in ihren Häusern und Wohnungen erfroren, weil sie sich wegen ihrer Armut keine Heizung mehr leisten konnten.

Geschlossene Autobahnen, Stromausfälle und verlängerte Winterferien - in Bulgarien haben Sturm und Schneefall vielerorts das öffentliche Leben lahmgelegt. Am schwersten betroffen war der Nordosten des Balkanlandes. Im Raum Blagoewgrad im Südwesten des Balkanlandes erfror ein Mann im Freien. Teile der beiden West-Ost-Autobahnen seien geschlossen, sagte Regionalministerin Liljana Pawlowa. Die Regierung appellierte an die Menschen, auf Autofahrten zu verzichten. Die Winterferien an den Schulen wurden verlängert. Der Seehafen und der Flughafen der Schwarzmeerstadt Varna wurden wegen Sturm und schlechter Sicht geschlossen. In Hunderten Orten im Nordosten mussten die Menschen ohne Strom auskommen. Vielerorts gab es auch kein Leitungswasser - ohne Strom waren die Pumpen funktionsunfähig.

In Italien lag Schnee sogar im Süden - selbst in Neapel schneite es. Drei Menschen kamen wegen der Kältewelle ums Leben. Bei zwei der Opfer handelt es sich um Obdachlose. Im apulischen Altamura nahe der Adria-Hafenstadt Bari starb eine 49-jährige Frau, die auf einer Eisplatte ausrutschte und sich beim Sturz tödlich verletzte. In den im Oktober von Erdbeben heimgesuchten Gebieten in Mittelitalien machten Schnee und klirrende Kälte den Menschen besonders zu schaffen. In weiten Teilen des Landes kam der Verkehr zum Erliegen - auch in südlichen Regionen wie Apulien, Kampanien und Sizilien. Die Bahnstrecke von Bologna nach Ancona war teilweise gesperrt. Der Fährverkehr zu Inseln Capri und Ischia wurde zeitweise eingestellt.

Auch in Griechenland sorgten Sturm und Schnee für Verkehrschaos: Der Fährverkehr wurde lahmgelegt, erst am Freitagvormittag konnten zumindest die größeren Fähren aus Piräus auslaufen. Zahlreiche Landstraßen in den Provinzen Epirus und Mazedonien waren am Freitag nur mit Schneeketten befahrbar. In den nördlichen Regionen herrschte Dauerfrost. Die Städte öffneten beheizte Hallen für Obdachlose, auch die wichtigsten U-Bahn-Stationen im Zentrum Athens sollten offen bleiben. Für Samstag wurde mit Schneefall sogar in den Niederungen der Insel Kreta gerechnet. Das Wetter werde vermutlich bis Mitte kommender Woche ungewöhnlich kalt bleiben, teilte das Wetteramt in Athen mit.   

Quelle: Apa/Dpa

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