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Kampf gegen Corona - US-Militär soll Spitäler unterstützen

Angesichts eines sprunghaften Anstiegs der Omikron-Fälle in den USA will Präsident Joe Biden Krankenhäuser mithilfe des Militärs unterstützen. Es sollen rund 1.000 Militärangehörige mobilisiert werden - unter ihnen Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal, Sanitäter und anderes medizinisches Militärpersonal, wie eine hohe Regierungsbeamtin ankündigte. Sie sollen im Jänner und Februar in überlasteten Krankenhäusern eingesetzt werden.

US-Präsident Joe Biden will mehr Unterstützung für Spitäler anbieten SN/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/D
US-Präsident Joe Biden will mehr Unterstützung für Spitäler anbieten

"So Gott will, werden wir nicht alle diese Soldatinnen und Soldaten brauchen, aber falls doch, stehen sie bereit und sind mobilisiert", sagte sie. Präsident Biden wollte sich am Dienstag (20.30 MEZ) mit einer Rede an die Bevölkerung wenden.

Zusätzlich sollen medizinische Notfallteams des Bundes in mehreren Bundesstaaten eingesetzt werden, wie es weiter hieß. Gleichzeitig solle mit dem Ausbau der Krankenhauskapazitäten begonnen werden - der Bund werde entsprechende Mittel stellen. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema werde Hunderte von Krankenwagen bereitstellen. Sollten Staaten Bedarf an Masken, Handschuhen oder Beatmungsgeräten haben, könne die Reserve des Strategischen Nationalen Vorrats aushelfen.

Auch international will die Administration mehr Engagement zeigen. Die Regierung stellt den Vereinten Nationen (UNO) für den weltweiten Kampf zur Eindämmung der Pandemie zusätzlich rund 500 Millionen Dollar (450 Millionen Euro) zur Verfügung. Rund 280 Millionen Dollar sollen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen, 170 Millionen Dollar an das Kinderhilfswerk UNICEF und 55 Millionen Dollar an kleinere UN-Organisationen, wie das US-Außenministerium am Dienstag mitteilte.

"Mit dem Bekanntwerden der Omikron-Variante und anhaltenden Herausforderungen wie dem gerechten Zugang zu lebensrettender Versorgung und Impfungen befindet sich die Welt in unserem Kampf gegen das Virus an einem entscheidenden Punkt", erklärte Außenminister Antony Blinken. Die USA hätten bereits 330 Millionen Impfdosen gespendet und andere Länder sollten dem Beispiel folgen.

Nach eigenen Angaben trägt die US-Regierung über verschiedene Programme und Organisationen rund 19,6 Milliarden Dollar zum globalen Kampf gegen die Pandemie bei, unter anderem für Impfstoffe, Impfungen und zur Ausstattung von Krankenhäusern.

Nachdem es die USA im Sommer mit einer heftigen Delta-Welle zu tun gehabt hatten, ging die Zahl der Neuinfektionen im September vorübergehend zurück. Seit Oktober steigt sie aber wieder an - in den vergangenen Tagen besonders stark. Mehr als 800.000 Menschen sind in den USA seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Biden will ebenfalls den Zugang zu kostenlosen Corona-Tests ausweiten und neue Impfzentren schaffen. Beim Impfen sollen außerdem bürokratische Hürden abgebaut werden und mehr mobile Impfteams unterwegs sein. Die Impfkampagne war in den USA gut angelaufen, mittlerweile kommt sie aber nur noch schleppend voran.

Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC vom Montag macht die Omikron-Variante mittlerweile rund drei Viertel aller Neuinfektionen aus und ist damit dominant. Die US-Regierung betont weiter, dass Omikron ein Grund zur Sorge, aber nicht zur Panik sei. "Wir sind darauf vorbereitet, dass es in den kommenden Monaten zu einem Anstieg von Krankenhausaufenthalten von Ungeimpften kommen wird", sagte die Beamtin.

Biden selbst hatte am Freitag Kontakt zu einer Person aus dem Weißen Haus, die später positiv auf das Virus getestet wurde. Mit 79 Jahren gehört er schon rein altersmäßig zu einer Risikogruppe. Biden wurde laut seiner Sprecherin zuletzt am Sonntag und am Montag negativ auf das Coronavirus getestet. Ein neuer Test sei für Mittwoch geplant. Der Präsident werde an seinem Programm für die kommenden Tage festhalten und sich nicht isolieren, da er vollständig geimpft sei.

Die Regierung hatte die Schließung von Geschäften oder Schulen in der vergangenen Woche ausgeschlossen. "Wir haben die Werkzeuge, wir haben das Wissen und die Planung, um das zu schaffen", betonte auch die Beamtin.

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