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Keine Hinweise auf islamistische Szene nach Lkw-Zwischenfall

Mit einem gestohlenen schweren Lastwagen ist ein Mann am Montagabend in der Innenstadt von Limburg im deutschen Bundesland Hessen auf mehrere Autos aufgefahren und hat neun Menschen - inklusive dem Mann selbst - verletzt. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen Syrer. Die Behörden haben keine Hinweise auf Verbindungen in die islamistische Szene. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl erlassen.

Ermittlungen in alle Richtungen SN/APA (dpa)/Thorsten Wagner
Ermittlungen in alle Richtungen

Der 32-jährige Syrer befinde sich nun in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main am Dienstagabend. Dem Mann würden "versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr" vorgeworfen. Zum derzeitigen Ermittlungszeitpunkt sei es noch zu früh, um Aussagen über die Hintergründe und das Tatmotiv des Mannes zu treffen, sagte der Sprecher weiter.

Dies gelte zumindest "nach den derzeitigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden", erklärte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Landeskriminalamt teilen indes mit, dass wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt wird. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich den Ermittlerangaben zufolge um einen 32-jähriger Syrer aus dem Landkreis Offenbach. Er hält sich seit 2015 in Deutschland auf und hat 2016 einen subsidiären Schutzstatus erhalten. Der Mann soll noch am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Hintergründe des Vorfalls seien weiterhin unklar. Insbesondere gebe es keine Erkenntnisse zum Motiv des Manns.

Die Ermittler werfen dem 32-Jährigen vor, am Montag in Limburg einen Lastwagen gestohlen zu haben, indem er dessen Fahrer gewaltsam aus der Kabine zog, ohne jedoch eine Waffe zu benutzen. Er soll wenige Meter mit dem Laster gefahren sein, bis er an einer Kreuzung ungebremst auf mehrere vor ihm stehende Fahrzeuge aufgefahren sei. Sieben Autos und ein Kleintransporter wurden dadurch zusammengeschoben.

Acht Insassen und der mutmaßliche Täter wurden leicht verletzt. Mehrere Beamte der Bundespolizei hielten sich den Ermittlern zufolge zufällig in der Nähe des Tatorts auf. Sie nahmen den Verdächtigen fest. Bei zwei Razzien im Landkreis Offenbach und im Landkreis Limburg-Weilburg, die im Zusammenhang zum Vorfall in Limburg standen, sei Beweismaterial wie Mobiltelefone oder USB-Sticks beschlagnahmt worden.

Beuth verurteilte die Tat und mahnte zugleich: "Auch wenn der Tathergang an die schrecklichen Anschläge von Nizza oder Berlin erinnert, ist das Motiv des festgenommenen Manns nach wie vor unklar." Die Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung befänden sich "in Hessen auf einem hohen Niveau", versicherte er und dankte "den Einsatzkräften und couragierten Bürgern, die vor Ort die Verletzten versorgt und erste Hilfe geleistet haben".

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