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"Keine Lebenszeichen" nach Flugzeugabsturz in China

Ein chinesisches Flugzeug mit 132 Insassen ist in Südchina plötzlich aus großer Höhe abgestürzt. An Bord waren 123 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder. Über Ursache und Zahl der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Ein Feuerwehrsprecher sagte aber laut "The People's Daily", es gebe keine Lebenszeichen im Trümmerfeld. Die Airline hat den Tod von Passagieren und Besatzungsmitgliedern bestätigt. Eine genaue Zahl der Opfer nannte sie auf ihrer Webseite nicht.

Maschine "komplett zerstört" SN/APA/AFP/HECTOR RETAMAL
Maschine "komplett zerstört"

"Das Unternehmen spricht sein tiefes Beileid für die Passagiere und Besatzungsmitglieder aus, die in dem Flugzeugunglück ums Leben gekommen sind!", hieß es in der Mitteilung der China Eastern Airlines. Es ist das schwerste Flugzeugunglück in China seit knapp zwölf Jahren. Der Absturz ereignete sich in einer entlegenen, hügeligen Gegend nahe der Stadt Wuzhou in der südchinesischen Region Guangxi. Das Flugzeug mit der Flugnummer MU5735 war auf dem Weg von Kunming in der Provinz Yunnan nach Guangzhou in der Provinz Guangdong.

Umgehend wurden Bergungstrupps zusammengestellt und zum Unglücksort im Kreis Teng entsandt, wie Staatsmedien berichteten. Wegen der einbrechenden Dunkelheit gestalteten sich die Bergungsarbeiten in der bergigen Gegend sehr schwierig. An Bord seien keine Ausländer gewesen.

In Videos, die im chinesischen Internet zirkulierten, war eine hohe, weiße Rauchwolke in den Hügeln zu sehen. Auch wurden weit verstreute Trümmerteile gezeigt, die örtliche Bewohner mit ihren Handys gefilmt hatten. Ein Video wollte zeigen, dass die Maschine fast kopfüber zu Boden stürzte. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht bestätigt werden. Dorfbewohner berichteten, überall seien Trümmerteile gelegen. Auch habe Kleidung in den Bäumen gehangen.

Über die Ursache des plötzlichen Absturzes wurde spekuliert. "Selbst wenn beide Triebwerke der Boeing 737 gleichzeitig ausgefallen wären, wäre es unmöglich, mit einer derartigen Geschwindigkeit zu fallen, weil das Flugzeug noch eine Strecke gleiten könnte", wurde ein Experte in Staatsmedien zitiert.

Ein Augenzeuge namens Li berichtete der Nachrichtenseite "Hongxing Xinwen", wie er im Auto gefahren sei und plötzlich gesehen habe, dass das Flugzeug abgestürzt sei. "Es war ein komplettes Flugzeug, ohne Rauch oder Feuer, das steil abwärts fiel." Die Absturzstelle liegt etwa 300 Kilometer westlich von Guangzhou.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping rief die Airline dazu auf, mit den Folgen des Unglücks angemessen umzugehen und potenzielle Gefahren für den Flugverkehr zu untersuchen, wie das Staatsfernsehen berichtete. China Eastern Airlines ordnete sofort an, dass alle Boeing 737 in ihrer Flotte zunächst am Boden bleiben müssen.

Dorfbewohner berichteten von der Absturzstelle, die Maschine sei "komplett zerstört" worden, wie die Nachrichtenseite "Jimu Xinwen" berichtete. Nach dem Absturz entwickelte sich ein Waldbrand auf einer Fläche von vier Hektar, der später gelöscht wurde.

Bei der Maschine handelte es sich um eine Boeing 737-800NG, die knapp sieben Jahre alt gewesen sein soll. Wenige Minuten nach ersten Berichten über das Unglück wurde der Status des Fluges in einer Handy-Reise-App auf "abgestürzt" verändert. Die Fluggesellschaft selbst wechselte auf ihrer Webseite die Farbe in Schwarz, Weiß und Grautöne, um ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen.

Die staatliche Fluggesellschaft China Eastern ist nach Angaben des Luftfahrt-Datenanbieters OAG Marktführer in China und weltweit die Nummer sechs der Branche. China ist für seinen hohen Standard in der Luftfahrt bekannt. Zuletzt war 2010 ein Regionaljet abgestürzt, dabei kamen 44 der 96 Menschen an Bord ums Leben. Auch die Boeing 737-800 gehört zu den Maschinen, die als sicher gelten. Sie ist der Vorläufer des Unglücksmodells 737 MAX, das nach zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien jahrelang aus dem Verkehr gezogen wurde.

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