Kopf des Tages

Leo Lukas - der "Gscherte" fuhr nicht mit dem Traktor heim

Leo Lukas wird am 8. Jänner 60 Jahre alt und feiert seinen "Runden" an diesem Tag als auf Überraschungen gefasster Zuschauer im Wiener Stadtsaal. Auf der Bühne erwartet werden Kolleginnen und Kollegen aus der Kabarettszene, die in der Vergangenheit mit dem seit 30 Jahren in Wien lebenden Steirer intensiv zusammengearbeitet haben.

Leo Lukas. SN/kleines theater
Leo Lukas.

Wie er sich zum 60-er fühlt? "Komisch. Mir waren Geburtstage und allgemein Älterwerden immer relativ egal, aber der Sechziger hat halt doch etwas ganz Eigenartiges: Diese baldige Zugehörigkeit zur 60-plus-Stufe. Ich bin nicht sicher, ob mir das taugt", sagt er.

Nachrichten verfolge er genau. "Diesen Masochismus bringe ich nicht weg." Schlechte Nachrichten habe es ja gegeben seit der Zeit, in der er begonnen habe, in die Zeitung zu schauen. "Das war mit ungefähr vier Jahren, an das hab ich mich relativ früh gewöhnt. Dass man sich über Dinge innerlich aufregt, die man für blöd hält oder für falsch oder für schrecklich - auch das kenne ich seit vielen Jahrzehnten."

Lukas bekennt sich seit vielen Jahren als hoffnungslosen Optimisten. Wie sich das auf seine Arbeit als Kaberettisten auswirkt? Ihm hilft das Kabarett, mit seinem Ärger, Schmerz, Leiden an der Welt umzugehen, "indem ich es thematisiere, auf die Bühne bringe, und mich über die künstlerische Arbeit auf eine gewisse Weise selbst therapiere". Das funktioniere nach wie vor ganz gut.

Angekündigte Weggefährten werden am Ehrentag, dem 8. Jänner, für den Jubilar auftreten. Ob die sich von sich aus gemeldet haben? Lukas: "Es ist sogar so, dass manche Kollegen, die ich zufällig getroffen habe, unangenehm berührt waren, weil sie nicht eingeladen worden sind, obwohl ich sie sehr schätze. In dem Fall war das Kriterium tatsächlich: 'Hat mit mir schon das eine oder andere Mal intensiv zusammengearbeitet'. 'Ist befreundet oder man schätzt einander': Das allein hat nicht genügt, sonst wäre sowieso die gesamte österreichische und die halbe deutsche Kleinkunstszene dabei."

Aufgerufen am 28.10.2021 um 07:33 auf https://www.sn.at/panorama/international/leo-lukas-der-gscherte-fuhr-nicht-mit-dem-traktor-heim-63372409

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