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Luftangriffe zerstörten 22 Drogenfabriken in Afghanistan

Piloten der US- und der afghanischen Luftwaffe haben nach der größten Opiumernte in der Geschichte des Landes ihre Offensive gegen Drogenfabriken in Südafghanistan fortgesetzt. In der Nacht auf Mittwoch habe es weitere Angriffe im Bezirk Dischu gegeben, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul. Seit Beginn der Bombenabwürfe am Sonntag seien 22 Drogenlabore zerstört worden.

Die Luftangriffe in der Provinz Helmand sollen Finanzressourcen der radikalislamischen Taliban vernichten, wie der Oberkommandierende der US- und der NATO-Streitkräfte in Afghanistan, General John Nicholson, am Montag gesagt hatte. Helmand ist das Zentrum des Schlafmohnanbaus in Afghanistan, der 80 bis 90 Prozent allen Opiums der Welt hervorbringt, und eine Hochburg der Taliban. Sie besteuern Schlafmohnanbau und Drogenschmuggel, was ihrer Kriegskasse nach wechselnden Angaben jährlich 200 bis 400 Millionen Dollar einbringt. Sie sollen zunehmend, zum Beispiel mit Heroinfabriken, auch selbst in die Drogenproduktion einsteigen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die UNO gemeldet, dass mehrere Schlafmohnernten in 24 der 34 afghanischen Provinzen in diesem Jahr geschätzte 9.000 Tonnen Opium hervorgebracht hätten. Das seien 87 Prozent mehr als noch 2016, hieß es im Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Schlafmohnpflanzen wuchsen demnach auf rund 328.000 Hektar. In Helmand allein seien die Anbauflächen um 79 Prozent gewachsen.

Quelle: Apa/Dpa

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