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Maler Jürgen Messensee wird 80: Eigenständige Position

Am kommenden Montag, am 29. August, feiert der Maler Jürgen Messensee seinen 80. Geburtstag.

Maler Jürgen Messensee wird 80: Eigenständige Position SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Künstler Jürgen Messensee wird 80.

Jürgen Messensee gilt als Einzelgänger in der österreichischen Kunstszene, der sich eine besondere Position zwischen den Strömungen von Informel und Tachismus erarbeitete. Malerei ist für ihn eine "Methode des Denkens", wie er einmal erklärte. "Ich bin kein Künstler, ich weiß nicht, was das ist."

Ihre vom schwedischen Fernsehen aufgezeichnete Rede zur Verleihung des Literatur-Nobelpreises 2004 hielt sie vor einem Bild des Künstlers.

Die Autorin widmete dem gebürtigen Wiener auch schon mehrere Texte.

Seine Popularität ist ungebrochen, was sich nicht nur in zahlreichen Galerien-Ausstellungen wie zuletzt etwa im Artemons Contemporary in Hellmonsödt in Oberösterreich zeigte. Personalen waren ihm 2013 im Kunstforum in Wien und im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels (2014) gewidmet, in der Albertina richtete man ihm im Vorjahr im Rahmen der Schau "Abstraktion in Österreich" einen eigenen Raum ein.

Messensee kam am 29. August 1936 in Wien zur Welt und studierte von 1955 bis 1960 bei Sergius Pauser an der Wiener Akademie der Bildenden Künste. 1973 nahm er an der XII. Biennale von Sao Paulo teil. Messensee-Ausstellungen gab es u.a. 1987 in der Wiener Secession und in der Kunsthalle Bremen, 1990 in der Albertina, 1993 im Kunsthistorischen Museum Wien, 2003 zur Eröffnung des Lentos Kunstmuseums, 2006 in der Sammlung Essl in Klosterneuburg oder 2010 in der Galerie Welz.

Über 200 nationale und internationale Ausstellungen in 25 Jahren

2007 wurde Messensee mit dem "Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" ausgezeichnet.

Ein längerer Aufenthalt in Frankreich beeinflusste ihn maßgeblich, und zu Beginn der 80er Jahre orientierte sich Messensee eine Zeit lang an klassischen Vorbildern wie dem späten Tizian, Cezanne und Velazquez.

Das Studium der Porträts des spanischen Hofmalers im Wiener Kunsthistorischen Museum inspirierte ihn zu seinen Interpretationen der "Infantinnen".

Ein Lieblingsthema ist der weibliche Körper

Der weibliche Körper als Metapher für Realität, sei es als gesamte Figur, allein oder verdoppelt, als Porträt oder als Körperfragment. Der Künstler verdichtet und abstrahiert gern in wenigen Strichen in Verbindung mit Farbflächen aus Orange, Rot und Rosa. Seine Fragestellung gegenüber der Malerei lautet, "wie Information über Kunst unter den Bedingungen unserer Zeit durch Malerei mitgeteilt werden kann". Malerei ist für Messensee eine Disziplin, die die Welt betrachtet: "Als Maler reflektiere ich was geschieht, um diese Resonanz in etwas Übergeordnetes zu führen."

Elfriede Jelinek schrieb in ihrem Text "Jürgen Messensee: beste Arbeit!": "Die Bilder ziehen sich ihre Farben nicht an, um zu beweisen, daß sie da sind, gefangen auf ihrem Untergrund, und dann bedeuten sie halt irgendwie Kunst, sondern diese Bilder stellen ihre Arbeit des Entstehens und des dann in sich Fortschreitens aus."

2006 gestaltete die Kunsthistorikerin Caroline Messensee in der Sammlung Essl eine Werkschau ihres Vaters. "Er ist ein absolut zeitgenössischer Maler und stets in der Aktualität verhaftet, auch was Materialien und Werkprozesse betrifft", sagte sie damals gegenüber der APA: "Leute meiner Generation sagen oft: Er arbeitet ja wie wir."

Quelle: APA

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