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Mallorca will die "ewige Sommerzeit"

Am "Ballermann" soll in Zukunft für Einheimische und Touristen "ewige Sommerzeit" herrschen. Mallorca und auch die Nachbarinseln Menorca, Ibiza und Formentera wollen die Uhren in Zukunft im Herbst nicht mehr zurückstellen, um abends statt morgens mehr Helligkeit zu genießen. Das Parlament der Balearen nahm einen entsprechenden Antrag der linksökologischen Partei Mes de Menorca einstimmig an.

Mallorca will die "ewige Sommerzeit" SN/APA (AFP)/JAIME REINA
Sonnenstunden sollen am Abend genossen werden.

Damit stellt es sich zugleich gegen umgekehrte Bestrebungen auf dem Festland, die Sommerzeit abzuschaffen. Nach der Annahme des Antrags soll sich die Regionalregierung in Madrid sowie Brüssel dafür einzusetzen, dass die Balearen künftig die Zeitumstellung aussetzen dürfen. Die ganzjährige Beibehaltung der Sommerzeit (MESZ) würde "gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile" mit sich bringen, heißt es in der Begründung.

Aufgrund ihrer geografischen Lage sind die Balearen in Spanien am stärksten von den dunklen Nachmittagen im Winter betroffen. Das Parlament zieht einen Vergleich mit der im Nordwesten Spaniens gelegenen Region Galicien. Dort gehe die Sonne im Winter 50 Minuten später als in den Balearen unter.

Die geteilte Mittelmeerinsel Zypern wird unterdessen ab Sonntag zwei unterschiedliche Zeiten haben. Der türkisch-zyprische Norden wird nach einem Beschluss seiner Führung die Uhren nicht auf die Winterzeit umstellen. Im griechisch-zyprischen Süden wird dagegen, von Sonntag an wie in den meisten Staaten Europas, die Winterzeit gelten.

Damit passt sich der türkisch-zypriotische Norden der Entscheidung der Türkei an, die Winterzeit dieses Jahr nicht zu übernehmen. Das berichtete der staatliche zypriotische Rundfunk (RIK) am Mittwoch. "Wir müssen wohl zwei Uhren umbinden, eine für den Norden und eine für den Süden", sagte Giannis Stylianou, ein Einwohner der geteilten Hauptstadt Nikosia. Zahlreiche Zyprioten fahren aus geschäftlichen oder privaten Gründen fast täglich auf die jeweils andere Seite. "Mit einem Schritt in die andere Zeitzone auf einer Insel. Das ist verrückt", hieß es in einem Kommentar des zypriotischen Radios.

Die Nicht-Umstellung auf die Winterzeit im Norden gilt als ein Rückschlag für die Bemühungen zur Überwindung der Teilung, die seit Jahren andauern. Zypern ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Als Lösung ist ein föderaler Staat mit zwei Bundesstaaten im Gespräch, einem türkisch-zyprischen im Norden und einem griechisch-zyprischen im Süden. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden.

Quelle: Apa/Dpa

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