Kopf des Tages

Marcel Hirscher - Salzburgs Sportler des Jahres

Seriensieger Hirscher. Erst der Gesamt-Weltcupsieg, dann ein Titel bei einem Großereignis und dann der Sieg bei der Leonidas - wird das nächstes Jahr auch noch so sein?

Salzburgs Sportler des Jahres: Marcel Hirscher. SN/leonidas/andreas kolarik
Salzburgs Sportler des Jahres: Marcel Hirscher.

Der sportliche Jahreskreis des Marcel Hirscher folgt einem ganz strengen Ablauf: Erst der Saisonbeginn mit viel Understatement, dann die Seriensiege, sein schon obligater Titel bei einem Großereignis, dann die große Kugel für den Gesamt-Weltcup und am Ende noch die fast logische und verdiente Ehrung bei der Leonidas-Gala. So war es auch heuer, Hirscher gewann in Åre Gold im WM-Slalom, er gewann den achten Gesamt-Weltcup, holte nebenbei mit den kleinen Kristallkugeln im Slalom und Riesentorlauf die Kugeln 18, 19, und 20 (und hat damit die Rekordmarke von Lindsey Vonn egalisiert) - und am Donnerstag wurde er wenig überraschend erneut zu Salzburgs Sportler des Jahres gekürt und nahm bei der Leonidas-Gala den bereits siebten Löwen entgegen.

Acht Weltcupkugeln in Serie zu gewinnen, das machte ihn am Ende einer wieder einmal makellosen Saison selbst fast sprachlos. "Das ist schon eine irre Serie. Da sieht man aber auch, wie die Zeit vergeht. Das bewegt mich schon auch." Ob diese acht Kugeln ein Rekord für die Ewigkeit sein werden? Da hat Hirscher seine eigene, recht launige Meinung: "Es ist zumindest einmal ein Rekord, der die nächsten acht Jahre Bestand haben wird. Aber im Sport ist eben alles möglich."

Das habe letztlich auch seine eigene Karriere gezeigt. Der erste Weltcupsieg sei etwas glücklich gewesen, der zweite hart erkämpft, der dritte quasi erzwungen - doch mit jedem Jahr sei es eben einfacher geworden, das galt im Endeffekt auch für diese Saison, die auch abseits der vielen Kugeln noch besondere Höhepunkte für ihn parat gehalten hat. Etwa den Riesentorlauf in Alta Badia, wo er die Konkurrenz regelrecht in Grund und Boden gefahren hat. "Das war auch dem Material geschuldet, das perfekt war", sagte er in Slowenien.

Die Frage, die Hirscher nun seit Wochen hört: War es das mit seiner überragenden Karriere oder bringt er noch einmal die Kraft für eine weitere Saison auf? Dafür ersucht er noch um Zeit, spätestens im Sommer wird er diese Frage bei einem Sommergespräch wie üblich im Salzburger Land beantworten. "Denn zu lange will ich mein Team nicht warten lassen."

Fast alle Insider rechnen jedoch damit, dass Hirscher seine Karriere fortsetzen wird. Sein Team mit Trainervater Ferdinand Hirscher, bei der heurigen Leonidas in der Kategorie Trainer des Jahres ebenfalls ausgezeichnet, Technik-Trainer Mike Pircher oder seinen Atomic-Serviceleuten um Thomas Graggaber steht unverändert parat. Nur einer wird fehlen, wenn Marcel Hirscher im Oktober in Sölden in das Starthaus gehen wird: Sein PR-Mann Stefan Illek, zugleich auch so etwas wie das Mädchen für alles im Team, wird ausscheiden, aber dem ÖSV erhalten bleiben.

Doch das Team ist nur die eine Seite, die andere hat Hirscher nach dem letzten Saisonrennen selbst so formuliert: "Die Liebe zum Sport ist immer noch da und die wird auch immer da sein."

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