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Milliarden-Entschädigung für "Prestige"-Ölpest bestätigt

Gut 16 Jahre nach der größten Umweltkatastrophe der spanischen Geschichte stehen die finanziellen Entschädigungen in Milliardenhöhe endgültig fest. Insgesamt müssten Zahlungen von mehr als 1,5 Milliarden Euro geleistet werden, teilte das Oberste Gericht am Donnerstagabend mit. Den Löwenanteil dieses Betrags soll der spanische Staat erhalten.

"Greenpeace" halfen beim Säubern der Ölpest SN/APA/Archiv/PRINZ Kurt / GREENPEA
"Greenpeace" halfen beim Säubern der Ölpest

Auch die Region Galicien, Frankreich sowie 269 weitere Betroffene - darunter Gemeinden, Firmen und Privatpersonen - sollen entschädigt werden. Der Tanker "Prestige" war am 13. November 2002 mit einer Ladung von rund 77.000 Tonnen Schweröl vor der Küste Galiciens im Sturm havariert. Einige Tage später sank das Schiff 250 Kilometer vor dem spanischen Festland. Die Atlantikküste des Landes wurde über Hunderte Kilometer mit giftigem Ölschlamm verseucht. Nach Angaben von Umweltschützern verendeten rund 250.000 Vögel an den Folgen der Ölpest.

Das Tribunal Supremo bestätigte mit seiner Entscheidung die wesentlichsten Inhalte eines Urteils des Oberlandesgerichts Galicien von November 2017. Damals war entschieden worden, dass Schiffskapitän Apostolos Mangouras und die Versicherung The London Steamship Owners Mutual Insurance Association für die Schäden aufkommen müssen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte das Urteil. Die Höhe der Entschädigungen werde nicht zur Abschreckung dienen, sagte der Direktor von Greenpeace in Spanien, Mario Rodriguez, der Nachrichtenagentur Europa Press. Die Staatsanwaltschaft hatte die Schadenssumme mit mehr als 4,4 Milliarden Euro beziffert.

Quelle: Apa/Dpa

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