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Mindestens 14 Tote bei Großbrand in Mumbai

Während auf der Dachterrasse eine indische Geburtstagsgesellschaft feierte, breitete sich ein Feuer rasend schnell im ganzen Gebäude aus. Bei dem Großbrand in einem Restaurant in der indischen Metropole Mumbai sind in der Nacht zum Freitag mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben von Ärzten erstickten die meisten Opfer, als sie versuchten, aus dem brennenden Gebäude zu entkommen.

Unter den Opfern waren vor allem Frauen SN/APA (AFP)/INDRANIL MUKHERJEE
Unter den Opfern waren vor allem Frauen

Elf der Todesopfer seien junge Frauen gewesen, die einen Geburtstag auf der Dachterrasse feierten, teilten die Behörden mit. Überlebende berichteten, viele Opfer seien von den Flammen auf der Damen-Toilette eingeschlossen worden. Diese sei so weit vom Notausgang entfernt gewesen, dass viele Frauen dort erstickt seien, berichtete Torel Thakur aus dem Bhatia-Krankenhaus, wo ihr Mann mit Verbrennungen behandelt wurde.

Ihr Mann Pratik Thakur berichtete von der Panik unter den Gästen, als das Feuer ausbrach. "Die Leute sind gerannt und haben um Hilfe geschrien, und es war sehr chaotisch." Die meisten hätten nicht gewusst, wo sich ein Notausgang befinde.

Das Feuer war gegen Mitternacht (Ortszeit) im Gebäudekomplex Kamala Mills im Stadtzentrum ausgebrochen. Kamala Mills beherbergt mehrere Restaurants, Geschäfte, Hotels sowie Medienorganisationen auf vier Stockwerken.

Medienberichten zufolge brach das Feuer im Restaurant im obersten Stock aus, griff schnell auf zwei angrenzende Bars über und nach rund einer halben Stunde stand das gesamte Gebäude in Flammen. Eine Zwischendecke sei eingestürzt und habe die Menschen in dem Gebäude eingeschlossen.

Fernsehbilder zeigten zahlreiche Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungskräften am Unglücksort. Erst in den frühen Morgenstunden konnte das Feuer gelöscht werden. Die Verletzten hätten das Krankenhaus bereits wieder verlassen können, sagte der Direktor der KEM-Klinik in Mumbai. Zunächst war von 15 Toten die Rede gewesen.

Die Dachterrasse war vollkommen ausgebrannt, verkohlte Eiswürfel-Kübel und Aschenbecher zeugten noch von der Geburtstagsparty. Zu den Opfern des Großbrandes gehörten auch zwei Brüder, die zum Zeitpunkt des Unglücks im Restaurant zu Tisch saßen. Die beiden um die 20 Jahre alten Brüder Dhairya und Vishwa Lalani hätten sich zunächst retten können, berichtete ihr Cousin Viral Chedda am Freitag.

Doch dann hätten sie realisiert, dass ihre Tante noch im Gebäude war, und hätten sich wieder in das Inferno gestürzt, um sie zu retten. Keiner der drei überlebte den Brand. Fast 200 Menschen nahmen am Freitag an der Bestattung der beiden Brüder teil, mehrere äußerten dabei ihre Wut über die mangelhaften Sicherheitsstandards in Mumbai.

Die Brandursache war zunächst unklar. Die Polizei leitete Vorermittlungen gegen die Besitzer des Restaurants ein. Wie die Nachrichtenagentur Press Trust of India meldete, wurden fünf Angestellte der Stadt wegen Fahrlässigkeit in Verbindung mit der Brandkatastrophe suspendiert. Für den Bericht gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

Regierungschef Narendra Modi drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er bete für die Verletzten, damit sie schnell wieder gesund würden, schrieb Modi im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ähnlich äußerte sich Staatschef Ram Nath Kovind.

Erst vor wenigen Wochen waren zwölf Bauarbeiter bei einem Gebäudebrand in Mumbai ums Leben gekommen. Hausbrände sind in Indien keine Seltenheit. Die Sicherheitsvorkehrungen sind oft unzureichend, bestehende Regeln werden häufig ignoriert. Gerade in der Millionenstadt Mumbai kommt es immer wieder zu Bränden - dort leben angesichts der steigenden Immobilienpreise zahlreiche Menschen auf engstem Raum und in gefährdeten Gebäuden.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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