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Mitten in der Krise: So geht es derzeit anderen Ländern mit dem Coronavirus

Das Virus ist noch nicht besiegt: In Wien starben drei weitere Heimbewohner, in einer deutschen Großfleischerei sind Hunderte Mitarbeiter infiziert. Indien und Brasilien melden Höchstwerte.

Während Österreich im Zeichen der Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen steht, werden bei der Coronapandemie weltweit neue Rekordzahlen bei Infektionen vermeldet. Auch Europa ist nicht vor Rückfällen gefeit, wie ein Fall im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen zeigt.

Deutschland

400 von 500 Getesteten wurden im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück seit Anfang der Woche positiv auf Corona getestet. Noch stehen Ergebnisse bei weiteren 550 Mitarbeitern aus. Der Kreis Gütersloh schließt deshalb alle Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien. Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, zeigte sich schockiert über den sprunghaften Anstieg: "Die Firma muss ihre Produktion runterfahren, so weit es eben geht", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Westfälischen". Jetzt gelte es zu schauen, wo die Betroffenen und ihre Kinder untergebracht seien.

Der Schlachtbetrieb im Unternehmen des auch als Präsident des Fußballclubs Schalke 04 bekannten Clemens Tönnies ist seit Mittwoch eingestellt worden, nun würden weitere Bereiche heruntergefahren, teilte das Unternehmen mit. Wie lange der Produktionsbereich geschlossen bleibe, müssten die Behörden nach Lage entscheiden. Als mutmaßliche Gründe für die zahlreichen Infektionen nannte das Unternehmen die Rückkehr von Arbeitern nach Heimaturlauben sowie die Kühlung in Bereichen der Firma. Insbesondere Mitarbeiter aus Rumänien und Bulgarien dürften für die Einschleppung verantwortlich sein. Gekühlte Räume beförderten offenbar das Übertragen des Virus auf viele Personen, sagte Tönnies-Vertreter Gereon Schulze Althoff. Der Test besage nicht, dass alle 400 Betroffenen aktuell noch erkrankt und ansteckend seien, betonten die Verantwortlichen.

China

Vergleichsweise wenige Neuansteckungen (137 seit Donnerstag) reichten in Peking, um weitgehende Maßnahmen auszulösen. Die Behörden in Peking haben am Mittwoch zur Abwehr einer zweiten Coronavirus-Welle 1250 Inlandsflüge von und in die chinesische Hauptstadt gestrichen. Die Schulen blieben geschlossen.

27 Wohnviertel sind abgeriegelt worden, sie dürfen nur nach einer Fiebermessung und Registrierung betreten werden.

Das Virus wurde bis zu einem Hackbrett auf dem Xinfadi-Großmarkt zurückverfolgt, auf dem importierter Lachs verarbeitet worden war. Norwegens Fischereiminister Odd Emil Ingebrigtsen sagte, es sei kein Lachs aus Norwegen gewesen, der den Ausbruch ausgelöst habe.

Indien

In Indien ist die Zahl der Toten durch das neuartige Coronavirus am Dienstag sprunghaft um 2000 auf fast 12.000 angestiegen. Landesweit haben sich nach offiziellen Angaben bereits mehr als 350.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Viele Experten halten die offiziellen Angaben jedoch für zu niedrig und fordern mehr Tests.

Brasilien

In Brasilien hat die Zahl bestätigter Neuinfektionen mit fast 37.300 binnen 24 Stunden einen neuen Tageshöchststand markiert. Mit 1338 zwischen Montagabend und Dienstagabend erfassten Toten in Zusammenhang mit Covid-19 erreichte die Opferzahl zudem den zweithöchsten Wert seit Ausbruch der Pandemie.

Demnach starben bisher 45.456 Menschen, mehr als 928.800 wurden positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. Lediglich die USA haben weltweit noch höhere Fallzahlen.

Österreich

In jenem Pflegeheim, in dem in den Vorwochen sechs - erheblich vorerkrankte - Menschen mit einer Covid-Erkrankung verstarben, wurden drei weitere Todesfälle verzeichnet. Auch sie wiesen laut Heimbetreiber Vorerkrankungen auf und waren über 80 Jahre alt. 28 Bewohner sind infiziert.

Österreichweit stabilisierte sich die Zahl der Infizierten nach drei Tagen mit ansteigender Gesamtzahl. 14 Neuinfektionen wurden am Mittwoch registriert, insgesamt gab es damit 417 aktuell mit Corona infizierte Personen, um zwei weniger als am Tag davor.

Quelle: SN, Apa, Afp

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