International

Namibia - ein Land, aus der Zeit gefallen

Praktische Symbiose. Im Busch von Namibia bestätigt sich ein geflügeltes Wort: Der Afrikaner hat die Zeit. Und der Europäer die Uhr. Was durchaus nützlich sein kann.

Freddy deutet auf mein Handgelenk. "How late?", wie spät, fragt er. Wir stehen mitten im Busch, die Sonne brennt auf das behütete Haupt und wir hätten vor einer halben Stunde am vereinbarten Treffpunkt sein sollen. Um 13 Uhr wollte uns Owen, der Manager des Nhoma-Camps im Nordosten Namibias, an der Straße mit seinem altersschwachen Pick-up wieder abholen. Owen wartet vergeblich: Wir sind noch weit weg. Und Freddy fragt nach der Zeit. Ich halte ihm die Uhr vors Gesicht. Er schüttelt den Kopf. "How late?", fragt er noch einmal. Und ich verstehe: Freddy kann die Uhr nicht lesen. Weil: Was ein echter San, wie Buschmänner offiziell heißen, ist, hat zwar Zeit. Aber misst sie nicht.

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