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Nordkoreas Führung rief zu Anstrengungen für Flutopfer auf

Nach verheerenden Überschwemmungen in Nordkorea hat die Führung des international isolierten kommunistischen Landes die Bevölkerung zu Anstrengungen für Flutopfer aufgerufen. Das Hochwasser habe im Nordosten des Landes "zehntausende" Wohnhäuser und öffentliche Gebäude zum Einsturz gebracht, so die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag unter Berufung auf das Zentralkomitee der Arbeitspartei.

Auch Bahnstrecken, Straßen, Elektrizitätswerke, Fabriken und Ackerland seien zerstört oder stünden zumindest noch unter Wasser. Zur Zahl der Todesopfer und der Obdachlosen in den Flutgebieten wurden keine Angaben gemacht. Die Menschen in der Provinz Nord Hamgyong litten "große Not", hieß es. Die Massenmobilisierung der derzeit laufenden 200-Tage-Kampagne für ein Ankurbeln von Nordkoreas Wirtschaft komme daher größtenteils den Flutopfern zugute, verkündete das Zentralkomitee laut KCNA.

Ziel sei es, "alle Anstrengungen auf den Bau von Wohnhäusern zu richten, um die Flutopfer mit warmen Wiegen zu versorgen und die Flutregion noch in diesem Jahr in ein Märchenreich im Zeitalter der Arbeitspartei zu verwandeln".

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) hatte vergangene Woche unter Berufung auf Angaben der nordkoreanischen Regierung erklärt, durch das Hochwasser des Flusses Tumen seien 60 Menschen ums Leben gekommen und rund 44.000 Einwohner obdachlos geworden. Der Tumen, der teils die Grenze Nordkoreas zu Russland und China markiert, war vor gut einer Woche über seine Ufer getreten.

Wegen der schlechten Infrastruktur in dem abgeschotteten Land haben Naturkatastrophen dort besonders gravierende Folgen. Durch die starke Abholzung von Wäldern kommt es häufig zu Überschwemmungen. Nach einem erneuten Atomtest Nordkoreas am Freitag arbeitet der UN-Sicherheitsrat gerade weitere Sanktionen gegen Nordkorea aus.

Quelle: Apa/Ag.

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