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Pakistan geht gegen Gegner von Impfkampagne vor

Nach einem Angriff auf eine Klinik wollen pakistanische Behörden die Urheber von Falschmeldungen zur landesweiten Impfkampagne gegen Kinderlähmung (Polio) verfolgen. Das erklärte der Sprecher für Impfangelegenheiten, Babar Bin Atta, am Dienstag. Die Kampagne werde wie geplant weitergeführt. In drei Tagen sollen rund 39 Millionen Kinder unter fünf Jahren geimpft werden.

In sozialen Medien verbreitete Meldungen, nach denen Kinder in der nordwestlichen Stadt Peshawar nach der Impfung erkrankt seien, führten zu einer Panik bei Eltern, die sogar eine Klinik in Brand setzten und Impfhelfer festhielten. Dutzende besorgte Eltern brachten am Montag ihre Kinder in Krankenhäuser, es gab wütende Proteste.

In Pakistan wurden schon früher Impfteams angegriffen und auch Helfer getötet - unter anderem wegen Gerüchten, der Impfstoff würde eingesetzt, um muslimische Kinder unfruchtbar zu machen. In Peshawar waren Kinder in ein Krankenhaus gebracht worden, die angeblich nach der Verabreichung der Polio-Impfung erkrankt waren. Später stellte sich laut Atta heraus, dass dahinter ein Lehrer steckte, der die Kinder aufgefordert hatte, Symptome von Übelkeit und Durchfall anzugeben. Die Kinder seien Schüler der Darul Qalam Schule gewesen, die erstmals seit Jahren wieder Impfteams zugelassen hatte.

Laut Atta wurde eine Anzeige wegen Verschwörung gegen zwölf Personen erstattet. Noch am Dienstag sollten die Verdächtigen verhaftet werden.

Die landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung war am Montag gestartet worden. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan das einzige Land, in dem im Vorjahr Erkrankungen mit Wildtyp-Polioviren gemeldet wurden.

Quelle: Apa/Dpa

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